„Spottster“ findet den besten Preis
In neun Monaten von der Idee zum marktfähigen Produkt: Freya Oehle aus Herzebrock und Tobias Kempkensteffen aus Rheda-Wiedenbrück gehen ab September mit ihrer Browser-Erweiterung „Spottster“ auf dem deutschen Markt an den Start.

Während die Idee überzeugt, fällt deren Umsetzung bei der Betriebswirtschaftsstudentin glatt durch: Zu umständlich, zu sehr am Nutzer vorbei. Kurzerhand setzt sich die 23-Jährige per Telefon mit ihrem Schulfreund Tobias Kempken- steffen in Verbindung. Der Rheda-Wiedenbrücker Informatikexperte bestätigt ihr: „Das geht auch besser.“ Im September starten die beiden nun unter dem Namen „Spottster“ mit ihrem eigenen Produkt auf dem deutschen Markt. Gerade einmal neun Monate sind seit dem ersten Telefonat vergangen. „Wir hatten am Anfang selbst nicht gedacht, dass wir so schnell so weit kommen“, sagt Freya Oehle.

Testversion kann sich sehen lassen

Rückblick auf den Januar 2013: Während die Studentin noch an ihrer Abschlussarbeit schreibt, beginnt sie mit Kempkensteffen parallel mit den Planungen zu ihrer Geschäftsidee. Statt in einer Garage unter der Sonne Kaliforniens läuft die gesamte Gründungsphase in den Elternhäusern in Rheda-Wiedenbrück und Herzebrock ab. Und reift dabei schnell zu einer vorzeigbaren Testversion heran.

Einkaufen übers Internet

„Anfang März waren wir soweit, dass wir unsere Browser-Erweiterung anhand echter Daten aus Internetshops von Bekannten überprüfen konnten“, erinnert sich die 23-Jährige. Dabei zeigt die Software, was sie kann: Eine kleine Einkaufstüte in der rechten oberen Ecke des Browsers signalisiert per Farbgebung, mit welchem Shop „Spottster“ Daten austauscht.

Geldgeber von Geschäftsidee überzeugt

Hier beobachtet das kostenlose Werkzeug die Preisentwicklung zuvor ausgesuchter Wunschprodukte – und informiert umgehend, wenn der Artikel den ihm zugeordneten Wunschpreis erreicht hat. „Damit sparen die Kunden nicht nur Zeit, weil sie das Produkt nicht selbst beobachten müssen, sondern auch Geld, das sie sonst zu viel ausgegeben hätten“, ist die Jungunternehmerin von ihrer Geschäftsidee überzeugt.

Weil es ohne finanzielle Unterstützung bald nicht mehr weitergeht, schreibt Freya Oehle im April an einem Businessplan, mit dem sie bereits einen Monat später einen privaten Investor gewinnen kann. Anschließend heißt es in mühevoller Kleinarbeit „Klinkenputzen bei den Internetshops“. Das Ergebnis kann sich mittlerweile sehen lassen: Mehr als 700 Onlinehändler kooperieren bereits mit „Spottster“.

Personelle Engpässe überwunden

Während die Finanzierung vorerst gesichert ist, stößt das Zwei-Mann-Unternehmen bald an seine personellen Grenzen: Fachkräfte müssen her, die Tobias Kempkensteffen im technischen Bereich unterstützen können. „Leider sind wir rund um unsere Heimatstädte einfach nicht fündig geworden“, erinnert sich Freya Oehle.

Seit zwei Wochen ist das Erfolgsteam aus Rheda-Wiedenbrück und Herzebrock daher in Hamburg zu finden – und konnte sich vor Ort bereits um zwei weitere Mitstreiter vergrößern. So sitzt im „Spottster“-Boot außer einem Praktikanten seit kurzem auch ein Informatiker in Festanstellung.

Startschuss fällt am 1. September

Ab 1. September soll die Browser-Erweiterung die Testphase hinter sich lassen und kostenlos bei Internetshops, darunter so bekannte Grüßen wie Zalando oder Amazon, über Preisnachlässe von beobachteten Wunschprodukten informieren. Dann können Freya Oehle und Tobias Kempkensteffen endlich mit Umsatz rechnen. Einen fünfstelligen Betrag haben sie bereits investiert, wie die 23-Jährige verrät. „Wir hoffen, dass unsere Idee bald Gewinne abwirft.“

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