Städtischer Zuschuss an Flora steigt
Bild: Ebel
Zusehends schreiten die Arbeiten an der neuen Rheda-Wiedenbrücker Stadthalle an der Hauptstraße voran. Mit dem neuen Gebäude wird eine Erhöhung des städtischen Zuschusses an die Flora-Westfalica-GmbH verbunden sein.
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Der Zuschussbedarf von bislang 2,7 Millionen Euro werde in den kommenden Jahren jeweils um mehrere 100 000 Euro überschritten, wunderte sich Brüggenjürgen. „Absolut berechtigt“ sei die Nachfrage, betonte Uwe Henkenjohann. Er ist nicht nur Chef der CDU-Fraktion im Rat der Stadt, sondern auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der städtischen Flora-Westfalica-GmbH. Die 100-prozentige kommunale Tochtergesellschaft ist unter anderem für das Kulturprogramm in Rheda-Wiedenbrück verantwortlich und in dieser Funktion auch Bauherrin der neuen Stadthalle, die zurzeit an der Hauptstraße entsteht und am 8. Februar feierlich eröffnet werden soll.

Neue Künstler in die Doppelstadt holen

Für die Erhöhung des Zuschusses an die Flora in den kommenden Jahren seien mehrere Ursachen ausschlaggebend, erläuterte Henkenjohann. Hauptgrund seien die Kosten für den Neubau der Stadthalle. Diese bleiben zwar im festgelegten Rahmen von 14,7 Millionen Euro, sie müssen aber zumindest zum Teil durch die Aufnahme von Krediten finanziert werden. 10,1 Millionen Euro beträgt die angesparte Summe, die für das Großprojekt zur Verfügung steht. 1,6 Millionen Euro können durch die Vorsteuerrückerstattung abgedeckt werden. Für den Rest – knapp 3,1 Millionen Euro – sollen wie vom Stadtrat seinerzeit beschlossen Kredite aufgenommen werden. Diese müssten in den Folgejahren getilgt werden, was den Großteil des gesteigerten Zuschussbedarfs der Flora erkläre. Mit der Eröffnung der neuen Stadthalle im Februar soll die Kulturarbeit deutlich ausgeweitet werden. Es gelte, das Gebäude angemessen zu bespielen und künftig auch Künstler in die Doppelstadt zu holen, „die wir für Auftritte in dem in die Jahre gekommenen Reethus nicht gewinnen konnten“, führte der Flora-Aufsichtsratsvorsitzende weiter aus. 120 000 Euro seien dafür 2020 eingeplant. Ab 2021 bewege sich das Kulturbudget im Bereich von 80 000 Euro.

Einen Sonderzuschuss von 70 000 Euro erhält die Flora 2020 zur Ausrichtung des Stadtjubiläums. Rheda-Wiedenbrück wurde 1970 im Zuge der kommunalen Gebietsreform gegründet. Die Stadt in ihrem heutigen Zuschnitt wird 2020 also 50 Jahre alt.

Reethus wird abgerissen

Auch der Abriss des Reethuses verursacht Kosten. Diese schlagen sich jedoch nicht im Wirtschaftsplan der Flora-Westfalica-GmbH nieder, sondern im kommunalen Haushalt. Hintergrund ist, dass sich das abgängige Reethus nicht im Besitz der Flora befindet, sondern Eigentum der Stadt ist. Aktuell kalkuliere man für den Abbruch mit 250 000 Euro, erläuterte in der Ausschusssitzung Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU). Angebote von verschiedenen Firmen würden zurzeit eingeholt. Der Abriss des Reethuses könne frühestens vier Wochen nach Inbetriebnahme der Stadthalle starten, ergänzte Uwe Henkenjohann.

Grundlage ist der Wirtschaftsplan der Flora

Für die Finanzausstattung der Flora-Westfalica-GmbH ist die Stadt Rheda-Wiedenbrück als alleinige Gesellschafterin des Kultur- und Tourismusbetriebs zuständig. Zum Aufgabenbereich der Flora gehören beispielsweise auch der ehemalige Gartenschaupark und die Stadtbibliothek. Bislang flossen pro Jahr im Durchschnitt 2,7 Millionen Euro an den Tochterbetrieb. In den kommenden Jahren wird der Zuschuss deutlich höher ausfallen. Grundlage für die Berechnung ist der Wirtschaftsplan der Flora, den der neue Geschäftsführer der Gesellschaft, Sebastian Siefert, kurz nach seinem Dienstantritt aufgestellt hat. Zuvor gab es ein aktualisiertes Zahlenwerk nicht, weshalb bei der Aufstellung des städtischen Haushalts für 2020 zunächst mit alten Werten kalkuliert worden war. Für 2020 beträgt der Zuschuss der Stadt laut Wirtschaftsplan der Flora 3,1 Millionen Euro – ein Plus von mehr als 271 000 Euro. 2022 beträgt die Budgetsteigerung 397 000 Euro, 2023 dann sogar 575 000 Euro. Für 2024 ergibt sich eine Veränderung von 605 000 Euro auf dann 3,4 Millionen Euro.

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