Standorte für Windkraft definieren
Bild: Wassum
An Konzentrationszonen für Windkraftanlagen arbeitet derzeit die Stadt.
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Bis jetzt sind unter Berücksichtigung unter anderem rechtlicher Kriterien so genannte Potenzialflächen ermittelt worden. Während der Sitzung des  Bau-, Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses am Dienstag ist beschlossen worden, inwieweit weitere Tabukriterien bei der Bestimmung künftiger Konzentrationszonen eine Rolle spielen sollen. Der Vorsorgeabstand zwischen Windkraftanlagen und Wohnbauflächen im Siedlungsbereich zum Beispiel soll laut Mehrheitsbeschluss auf 1000 Meter festgelegt werden. Gleiches gilt für die Denkmale Haus Aussel und Haus Nottbeck. Insgesamt würden unterm Strich rund 242 Hektar Fläche in 16 Konzentrationszonen übrig bleiben, die in der noch zu erstellenden 76. Änderung des Flächennutzungsplans „Windkraft Rheda-Wiedenbrück“ darzustellen sind. Im Rahmen einer vorhergehenden Potenzialflächenanalyse waren zunächst 57 Einzelflächen mit insgesamt 519,5 Hektar für eine mögliche Windenergienutzung herausgearbeitet worden. Das entspricht rund sechs Prozent des Stadtgebiets. Politik und Verwaltung müssen einerseits darauf achten, den Vorgaben der NRW-Landesregierung zu entsprechen, die fordert, dass die Kommunen der Windenergie „substanziell Raum“ geben. Gleichzeitig wollen die Verantwortlichen aktiv die Errichtung von Windkraftanlagen unter anderem mit Blick auf Städtebau und Naturschutz steuern. In die Überlegungen zu einer weiteren Verfeinerung der Flächen waren Anregungen aus den frühzeitigen Beteiligungen der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange eingeflossen.

Schutzräume zur Naherholung 

Außer den 1000-Meter-Vorsorgeabständen zu den beiden genannten kulturell genutzten Denkmälern sowie zu den Wohnbauflächen im Siedlungszusammenhang mit überwiegender Wohnnutzung sollen auch Naherholungsgebiete geschützt werden. Das Stadtholz in Wiedenbrück mit seinem hohen Freizeitwert für Jogger, Wanderer und Co. ebenso wie das Gebiet nördlich des Siedlungsbereichs Rheda, wo mehrere Radwege verlaufen und das den Bürgern zur Erholung dient, sollen nicht zur Windkraftnutzung freigegeben werden.

Blick nicht verschandeln

Nicht durch Anlagen beeinträchtigt werden soll der einmalige Blick vom „Stromberger Berg“ in Richtung Wiedenbrück. Hecken, Gehölze und Kirchtürme prägen das einzigartige Landschaftsbild, das keine neuen vertikalen Bauten stören sollen. Tabu für Windenergieanlagen sollen auch Überschwemmungsgebiete sein und ebenso Kompensationsflächen, auf denen „Waldflächen im forstrechtlichen Sinn“ wachsen sollen. Da die Stadt eine räumliche Konzentrierung der Windräder anstrebt, sollen auch Gebiete, die zu klein, geometrisch ungeeignet sind oder nur einer Anlage Platz bieten, als potenzielle Flächen zur Windkraftnutzung ausgeschlossen werden. Das betrifft etwa zwei Bereiche im Umfeld der Wapel- und Ölbachaue.

Vogelarten im Blick

Augenmerk wird bei der Errichtung von Windkraftanlagen nicht zuletzt auf den Artenschutz gelegt. Tiere könnten in deren Rotorblätter geraten oder verscheucht werden und die Anlagen deren Flugkorridore beeinträchtigen. Im vorigen Jahr haben Kartierungen stattgefunden, um die vorkommenden Vogelarten zu bestimmen, und im Herbst wurde der Fokus auf Fledermäuse gerichtet. Inwieweit etwa Verbote mit Blick auf die Vögel erforderlich sind, lässt sich erst im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens prüfen, wenn Details zu einem Vorhaben, etwa bezüglich des Anlagentyps, bekannt sind. Gleichwohl hat der Kreis Gütersloh auf Flächen mit hohem Konfliktpotenzial hingewiesen, in denen besonders Baumfalke, Rohrweihe, Kiebitz und Feldlerche gestört oder erhöhtem Risiko der Tötung ausgesetzt würden.

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