Startschuss für Windpark auf der Marburg
Bild: Inderlied
Spatenstich für den Windpark auf der Marburg: (v.l.) Rechtsanwalt Albrecht Wrede, Hubert Leiwes, Peter Rentrup (beide Rhewie), Baukoordinator Georg Kühling, Markus Burghardt (technischer Projektsteuerer), Landbesitzer Christoph Bühlmeyer, Rainer Wennemar (Rhewie) und Bürgermeister Theo Mettenborg.
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Einen Monat nach der Baugenehmigung durch den Kreis Gütersloh ist am Freitagabend der Spatenstich für die erste von zwei geplanten Windenergieanlagen auf der Marburg in Rheda erfolgt. Schon Ende des Jahres soll dort der erste Strom eingespeist werden. Der Standort im Bereich des Kreisverkehrs Marburg/Rentruper Straße ist ideal: Eingerahmt von der Autobahn auf der einen Seite und der Bahnstrecke auf der anderen Seite fügen sich die ersten Windräder auf Rheda-Wiedenbrücker Stadtgebiet fast nahtlos in die Landschaft ein.

Jeder bekommt ein Stück vom Kuchen ab

Die beiden langfristig gepachteten Grundstücke gehören dem Landwirt Bühlmeyer sowie dem Fürstenhaus Bentheim-Tecklenburg. Die einzigen Nachbarn sind acht Landwirte, die allesamt an der Vergütung beteiligt werden. Da jeder ein Stück vom Kuchen bekommt, ist mit ernstzunehmendem juristischen Gegenwind erst einmal nicht zu rechnen.

Stadtwerke wollen bald nachziehen

Nicht nur die Bürgerenergiegenossenschaft errichtet unweit des Autohofs Aurea zwei Anlagen, auch die Stadtwerke Gütersloh und Bielefeld wollen demnächst mit dem Bau von fünf, allerdings größeren, Windrädern beginnen („Die Glocke“ berichtete).

Zwei Anlagen kosten 6,5 Millionen Euro

„Es ist die Verantwortung unserer Generation, etwas gegen den Klimawandel zu tun“, unterstrich Rhewie-Vorstand Hubert Leiwes. Mit ihm stellten seine Vorstandskollegen Rainer Wennemar und Peter Rentrup die Pläne vor, die sie seit der Gründung der Genossenschaft im Jahr 2012 geschmiedet haben und jetzt Realität werden. „Ich habe viel über Windenergie gelernt“, sagte Leiwes. Noch immer sei er „fasziniert“ über die Größenordnung des Projekts. Investiert werden rund 6,5 Millionen Euro. Der Eigenanteil der fast 400 Rhewie-Mitglieder beläuft sich auf 20 Prozent (1,3 Millionen Euro). Die Restsumme wird über zinsgünstige Kredite mit einer Laufzeit von 15 Jahren aufgebracht.

Mettenborg spricht von „Leuchtturmprojekt“

Für Bürgermeister Theo Mettenborg, der von einem „großen Wurf“ und einem „Leuchtturmprojekt“ für die Stadt Rheda-Wiedenbrück sprach, kann es nicht schnell genug gehen. „Die Firma Enercon muss jetzt Gas geben“, drückte das Stadtoberhaupt, das als Aufsichtsratsvorsitzender der Bürgergenossenschaft ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist, aufs Tempo.

Die Kürze der Zeit, in der die Windkraftanlagen realisiert werden, sei „wirklich beeindruckend“, betonte Rechtsanwalt Albrecht Wrede, der das Bauvorhaben in der Vorbereitungsphase juristisch begleitet hatte. „Anderswo in der Politik müssen fünf Ehrenrunden gedreht werden, wir haben nur eine gebraucht.“

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