Stillstand für Krane eine Katastrophe
Bild: Wassum
Seit Monaten nur als Stillleben zu bewundern sind die drei Wassermühlräder an der Ecke Rektoratsstraße/Mühlenwall in Wiedenbrück. Erst im August sollen sie sich wieder drehen. Es fehlt ein Ersatzteil, das eine vergleichsweise lange Lieferzeit hat.
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Doch auch eineinhalb Monate später dreht sich an der Umflut – nichts. Auf Anfrage der „Glocke“ bemüht sich die Stadt als Besitzerin um eine Erklärung. „Ein Ersatz für das defekte Lager ist bereits bestellt“, sagt Pressesprecherin Maximiliane Plöger. Anfang August werde es geliefert und solle dann auch umgehend von einem Fachmann eingesetzt werden. Warum jetzt noch einmal zwei Monate vergehen mussten, bevor sich an dem pittoresken Wasserverlauf etwas tut? „Aufgrund der Urlaubszeit ist hinsichtlich der Lieferung wohl etwas Sand ins Getriebe geraten“, erklärt Maximiliane Plöger.

Ein Rückblick: Ende Mai hatte die Stadt an dem mittleren Wasserrad ein nicht mehr funktionsfähiges Lager festgestellt. Um Folgeschäden zu vermeiden, legte Michael Duhme, Fachbereichsleiter Tiefbau, alle drei Räder still. Das betroffene Rad wurde mithilfe von Holzbalken aufgebockt. Anschließend wurde ein Experte damit beauftragt, das defekte Lager auszutauschen.

Dass sich seither nichts Sichtbares getan hat, ärgert vor allem den Stifter der antiken Schätzchen: Franz-Josef Krane. Der heimische Unternehmer vermachte die Wassermühlräder der Doppelstadt, urkundlich bezeugt am 8. Juni 2007. Und glaubte sie damit in guten Händen. Dass sie nun schon so lange nicht mehr funktionieren, sei eine Katastrophe, wettert Krane im Gespräch mit der „Glocke“.

„Seit Ende Februar, Anfang März stehen sie still. Andauernd rufen Bürger bei mir an und fragen, was da los ist“, sagt er. Verständnis könne er für den aus dem Rathaus geschilderten Sachverhalt nicht aufbringen. Das Ganze habe schon etwas von Dilettantismus. „Die Räder drehen sich seit 700 Jahren. Jetzt leben wir im 20. Jahrhundert – und bekommen sie, trotz all der modernen Mittel, die uns zur Verfügung stehen, nicht mehr ans Laufen? Das kann nicht sein“, findet Krane deutliche Worte.

Er hoffe nun, dass der Fall im August tatsächlich zu den Akten gelegt werden könne, sagt Franz-Josef Krane. Schließlich hätten sich die drei rotierenden Zeitzeugen im Lauf der Jahre als effektiver Tourismusmagnet herausgestellt. „Deshalb muss doch auch der Stadt etwas daran liegen, dass sie wieder hergerichtet werden.“

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