Streik läutet das letzte Musical ein
Bild: Paweltzik
Authentisch: Mützen, Hemden und Hosenträger ließen die Schauspieler aussehen wie die Zeitungsboten im New York von 1899.
Bild: Paweltzik

New York 1899: Die Stadt, die in jener Zeit für Hoffnung auf ein besseres Leben steht, ist für viele Kinder das genaue Gegenteil. Sie müssen hart arbeiten, um überhaupt über die Runden zu kommen. So auch der Waise Jack (gespielt von Philipp Wirer), der seinen Unterhalt mit dem Austragen von Zeitungen verdient.

Als eines Tages der Herausgeber der „New York World“, der berühmte Joseph Pulitzer (Dennis Schulz), den Preis für sein Blatt erhöht, ruft Jack seine Kameraden zum Streik auf. Insbesondere der clevere David (Marvin Hoffmann) und dessen jüngerer Bruder Les (Luise Remmers) unterstützen den Aufstand. Zusätzlich wird die Bewegung von der Journalistin Sarah (Yadina Kunst) begleitet, die in ihren Artikeln auf die grassierende Kinderarbeit im „Big Apple“ hinweist.

Sind sich Anführer Jack und seine Mitstreiter zu Beginn des Widerstands noch sicher, ihre Ziele zu erreichen, setzt bald die Ernüchterung ein. Denn Jack, der bereits vorher im Heim war, muss erneut in die Einrichtung. Der gerissene Verleger Pulitzer versucht diese Situation auszunutzen und den Rädelsführer für sich zu gewinnen. Der Jugendliche scheint sich zunächst zur Enttäuschung seiner Freunde auf das Angebot einzulassen. Aber bald ist klar, dass Jack den mächtigen Herausgeber gelinkt hat.

Mit ihm an der Spitze der Bewegung und der Hilfe Sarahs, die in Wahrheit Pulitzers Tochter ist, bringen die Austräger eine eigene Streikzeitung heraus. Von dieser erfährt auch Präsident Theodore Roosevelt, der sich von da an gegen Kinderarbeit einsetzt. Unter diesem Druck kapituliert Pulitzer letzten Endes und lässt sich auf die Forderungen der Boten ein.

Mit „Newsboys“ hat die EBR einmal mehr bewiesen, dass ein Musical auch in einer Aula funktioniert. Kostüme, Choreographien, Musik und die schauspielerischen Leistungen begeisterten die 300 Zuschauer. Insbesondere die Hingabe der 62 Mitwirkenden, die zuvor sieben Monate unter der Leitung von Lehrerin Jutta Maas geprobt hatten, ließ den Funken überspringen. Dass mit dem Stück das 30-jährige Kapitel Musical-AG an der Schule vorbei sein soll, erscheint ob des Gebotenen besonders traurig. Jedoch läuft die EBR im Sommer 2018 endgültig aus.

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