Südring-Schluss soll Entlastung bringen
Bild: Wassum
Der geplante  Südring-Lückenschluss soll über die Ems führen.
Bild: Wassum

Dass mit Tagen eher Jahre gemeint sind, wurde aus seinen vorangegangenen Ausführungen deutlich. Zwar sollen bis zum dritten Quartal 2013 sämtliche Unterlagen, die für die Einleitung des Genehmigungsverfahrens notwendig sind, vorliegen. Doch mit einem baldigen Baubeginn sei dann noch immer nicht zu rechnen, betonte Serges. Er verwies darauf, dass die Anlieger der geplanten Südring-Trasse zwischen Westag und Hallenbad „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ gerichtlich gegen den Lückenschluss zu Felde ziehen werden. Sollten die Südring-Gegner alle rechtlichen Mittel restlos ausschöpfen, könnte sich das Verfahren einige Zeit hinziehen.

 Trotzdem ist Baudezernent Serges guter Dinge, dass irgendwann eines nicht allzu fernen Tages die Bagger anrücken und die Arbeiten beginnen können. Das war Wasser auf die Mühlen von Walter Brentrup (CDU). „Wir planen den Südring-Schluss seit mehr als 20 Jahren. Kann das denn richtig sein?“, wollte er wissen. Olaf Timm vom Verkehrsplanungsbüro NTS legte in der Ausschusssitzung Zahlen vor, die die Notwendigkeit des fehlenden Südring-Teilstücks untermauern. Vor allem die Wasserstraße, über die sich zurzeit bis zu 11 400 Fahrzeuge am Tag in beide Richtungen quälen, könnte spürbar entlastet werden. Rund 4000 Autos, die bislang über diese Innenstadtstraße rollen, könnten in einigen Jahren vom Südring geschluckt werden, rechnete Verkehrsplaner Timm vor.

Das Büro NTS geht davon aus, dass der Südring-Abschnitt zwischen Lippstädter und Rietberger Straße nach seiner Fertigstellung von 7200 Fahrzeugen am Tag frequentiert wird. Außer von den früheren Wasserstraßen-Nutzern werde die neue Trasse auch von den Anliegern der Holtkamp-Siedlung befahren. Etwa 3000 Fahrbewegungen am Tag werden nach der Prognose des Experten allein durch diesen Anwohnerverkehr generiert. Timm geht davon aus, dass der Lastwagen-Anteil auf dem neuen Südring-Stück mit etwa vier Prozent vergleichsweise gering sein wird. Insgesamt rechnet der Fachmann mit einem nur leichten Anstieg der Verkehrsbelastung im Stadtgebiet bis zum Jahr 2025.

Peter-Heinz Woste (CDU) begrüßte den Fortschritt bei den Südring-Planungen. Das in der Sitzung vorgelegte Verkehrsgutachten bestärke die Union in ihrer Meinung, dass um den Südring-Lückenschluss kein Weg herum-führt. Die weitere Vergrößerung der Holtkamp-Siedlung sei nur mit dem gleichzeitigen Ausbau des Südrings sinnvoll, sagte Peter Berenbrinck (SPD). Anders könne das Gebiet verkehrstechnisch nicht erschlossen werden. Walter Brentrup (CDU) erinnerte an die zu Feierabendzeiten stets verstopfte Wiedenbrücker Innenstadt. „Nur der Südring-Schluss kann Abhilfe schaffen.“ Die Entscheidung eines Verkehrsteilnehmers für eine bestimmte Strecke habe nie nur rein pragmatische, sondern auch emotionale Gründe, unterstrich Hubert Möller (FDP). Es sei also keinesfalls ausgemacht, dass der Südring tatsächlich für eine so starke Entlastung wie prognostiziert auf der Wasserstraße sorgen wird. Peter Rentrup (Grüne) gab zu bedenken, dass der Öffentliche Personennahverkehr in Zukunft an Bedeutung gewinnen könnte.

SOCIAL BOOKMARKS