Supermarkt-Pläne auf dem Abstellgleis?
Bild: Werneke
Endstation: Dass die Bezirksregierung auf die Sicherung der stillgelegten Bahnlinie zwischen Rheda und Lippstadt pocht, könnte der Stadt bei der Neugestaltung der Schanze zum Verhängnis werden. Um auf einer Teilfläche der Schanze einen Supermarkt als Frequenzbringer für die City zu installieren, müsste auch das Areal der größtenteils zurückgebauten Schienen einbezogen werden.
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In ersten Gesprächen zwischen Kommune und Bezirksregierung konnte keine Einigung erzielt werden. Darüber hat Inga Linzel die Mitglieder des Stadtrats während der jüngsten Sitzung informiert. „Wir müssen deshalb feststellen, dass derzeit eine artfremde Nutzung des Trassenbereichs nicht möglich ist und nur die verbleibenden Teilflächen zur Verfügung stehen“, sagte die Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung und Bauordnung.

Noch deutlichere Worte fand Bürgermeister Theo Mettenborg. Dass die Bezirksregierung auf den Erhalt der Bahnlinie bestehe, erfülle die Stadtverwaltung mit Sorge. „Sollte es dabei bleiben, kann auf der Schanze auf lange Sicht nichts passieren.“ Mettenborg kündigte an, sich notfalls an das zuständige Landesministerium zu wenden, wenn mit Detmold keine Einigung erreicht werden könne.

Dass die aktuelle Fassung des Regionalplans vorsieht, die seit Jahren ungenutzte und größtenteils bereits zurückgebaute Schienenverbindung zu erhalten, durchkreuzt die Pläne von Rat und Verwaltung zur gestalterischen Neuausrichtung der Schanze. Auf dem 24.000 Quadratmeter umfassenden nördlichen Teil der Fläche, der nach Auskunft von Theo Mettenborg etwa zur Hälfte in städtischem Besitz ist und vorwiegend als Parkplatz genutzt wird, könnte demnächst ein Lebensmittelmarkt als Frequenzbringer für die Wiedenbrücker Innenstadt entstehen. Das Vorhaben ist ein zentraler Bestandteil des Einzelhandelskonzepts für die Doppelstadt, das zurzeit mit Unterstützung eines Gutachterbüros aus Dortmund aktualisiert wird. Funktionieren würde das aber nur, wenn der Bereich, auf dem früher die Schienen verliefen, einbezogen werden kann.

Eigentlich sollte das Papier, das die künftige Entwicklung des innerstädtischen Einzelhandels in den Blick nimmt, noch im laufenden Jahr verabschiedet werden. Daraus wird wegen der aus kommunaler Sicht nicht zufriedenstellenden Signale aus Detmold aber nichts mehr. Frühestens im März 2017 sei mit einer endgültigen Beschlussfassung zu rechnen, erklärte der Bürgermeister. Ärgerlich sei, dass dadurch nicht nur die Pläne zur Neuausrichtung der Schanze ins Stocken geraten, sondern auch Investorenanfragen für andere Grundstücke im Stadtgebiet – beispielsweise das Wonnemann-Areal – zunächst auf Eis liegen.

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