Taschengeld in der Insolvenzmasse
Aufgehoben auf einem Konto der Evangelischen Stiftung sind die als Taschengeld für die Bewohner vom „Haus im Park“ gedachten Beträge für den Geschäftsbetrieb verwendet worden.

Mit der Insolvenz der Institution gucken die Seniorin und das Neugeborene in die Röhre – das Geld ist verloren.

Die 82-Jährige ist wie viele andere Bewohner auch auf Sozialhilfe angewiesen. Ihr stehen jeden Monat etwas mehr als 100 Euro an Taschengeld zur Verfügung, das die Sozialkasse zusammen mit den Zuschüssen für die Heimunterbringung auf ein Konto der Stiftung überwies. Von diesem Geld wurden Friseurbesuche, Fußpflege und ähnliche Dinge bezahlt. Wer etwas abhob, bekam eine Art Kontoauszug, auf dem vermerkt war, über welche Mittel er noch verfügt oder ob er sich bereits im Minus befindet.

Mancher aber sparte mehrere tausend Euro an. Die Buchhaltung vermerkte in einem einfachen System, wem welche Summe zusteht. Das Problem: Es handelte sich um ein Firmenkonto. So sind auch die eigentlich als Taschengeld gedachten Summen im laufenden Geschäftsbetrieb verwendet worden. Wer gespart hat, um sich eine größere Anschaffung leisten zu können, hat heute Pech. Der Sohn einer Betroffenen, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, machte gegenüber der „Glocke“ seiner Verärgerung Luft: „In meinen Augen ist das Unterschlagung und Betrug.“

„In der Summe geht es um schätzungsweise 8000 Euro“, bestätigt Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Dr. Thorsten Fuest aus Bielefeld. Betroffen seien ausschließlich Gelder, die vor Eingang der Insolvenz angespart worden seien. Wer also in der jüngeren Vergangenheit etwas zur Seite gelegt und dem Seniorenheim zur Verwaltung anvertraut hat, hat Glück gehabt.

Die Wahrscheinlichkeit, das gewissermaßen zweckentfremdete Taschengeld auf irgendeinem Weg zurückzubekommen, ist äußerst gering. Das machte am Mittwoch auch Dr. Thorsten Fuest im Vorfeld einer Versammlung deutlich, die am Abend im Senioren-Park“ stattgefunden hat. Dort stellte sich der neue Betreiber der Einrichtung den Betreuern, Angehörigen und Bewohnern vor. Bei der Gelegenheit wurde das Thema des nicht mehr existenten Taschengelds angesprochen.

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