Tierschützer zeigen Video aus Mastbetrieb
Foto: Ebel
Tierrechtler haben am Mittwoch vor den Werkstoren von Tönnies Videomaterial gezeigt, das in einem Rheda-Wiedenbrücker Schweinemastbetrieb entstanden sein soll. Landwirte hatten zeitgleich einige Meter entfernt eine spontane Gegen-Demo organisiert.
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Auf dem etwa zweiminütigen Video sind Schweine zu sehen, die eng zusammengepfercht in einem Mastbetrieb gehalten werden. Die Tiere weisen blutige Verletzungen an Ohren und Schwänzen auf. Die Aufnahmen sind dem Deutschen Tierschutzbüro anonym zugespielt worden und sollen die Bedingungen in einem Mastbetrieb in der Doppelstadt abbilden.

Kreisveterinäramt ermittelt

Die Organisation hat eigenen Angaben zufolge bereits Anzeige gegen den Mastbetrieb wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Auch dem Kreis Gütersloh wurden die Aufnahmen zugespielt. Das Veterinäramt ermittelt in der Sache nach Auskunft von Kreissprecherin Beate Behlert.

Der Fleischkonzern Tönnies reagierte sofort. „Der in Rede stehende Landwirt wurde bei uns sofort bis auf Weiteres gesperrt“, teilte das Unternehmen mit. „Kranke Tiere, wie sie in dem Video zu sehen sind, werden bei uns nicht verarbeitet“, unterstrich der Leiter der Stabstelle Tierwohl bei Tönnies, Tierarzt Jörg Altemeier.

Während der Demonstration der Tierschützer kam es einige Meter weiter zu einem unangemeldeten Gegenprotest von Landwirten aus der Umgebung. Sie bezeichneten die Videoaufnahmen als „völlig überzogene Darstellung“. Laut Aussage der Landwirte sei das gezeigte Bildmaterial gefälscht gewesen.

Aufgeheizte Stimmung

Polizisten trennten die Teilnehmer der beiden Parallel-Veranstaltungen voneinander. Ein sachlicher Austausch der Argumente beider Seiten war wegen der insgesamt sehr aufgeheizten Stimmung kaum möglich.

Strafverfahren gegen Versammlungsleiter

Gegen den Versammlungsleiter des Landwirte-Protests leitete die Polizei eigenen Angaben zufolge ein Strafverfahren ein. „Derzeitigen Ermittlungen nach hätte die Gegenveranstaltung angemeldet werden müssen“, teilten die Ordnungshüter mit. Zudem sei es immer wieder zu Störungen der angemeldeten Tierschützer-Demo gekommen. Daraufhin hatte die Polizei vor Ort den Landwirten die Nutzung einer Lautsprecheranlage untersagt.

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