Tönnies: Anwohner zieht Klage zurück
Bild: Sudbrock
Der Aufstockung der Schlachtmenge von 26 000 auf 30 000 Schweine beim Rhedaer Fleischwerk Tönnies steht nichts mehr im Weg. Der Anwohner, der gegen die entsprechende Genehmigung des Kreises zu Felde gezogen war, hat seine Klage zurückgezogen.
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Vivienne Bock vom Verwaltungsgericht Minden bestätigte am Freitag auf Nachfrage der „Glocke“, dass das entsprechende Schriftstück bereits am Dienstag eingegangen sei. Das Gericht habe daraufhin das Verfahren eingestellt. Beklagter war nicht das Unternehmen Tönnies, sondern der Kreis Gütersloh, der die Genehmigung zur Aufstockung der Schlachtkapazitäten um 500 auf 3500 Tonnen Lebendgewicht am Tag im Dezember erteilt hatte.

Differenzen beigelegt

Verena Paul-Hambrink sagte, dass sich der Beschwerdeführer und das Unternehmen außergerichtlich geeinigt hätten. „Die Differenzen wurden beigelegt“, erklärte die Geschäftsführerin des Gütersloher Kreisverbands im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV). Nähere Einzelheiten wollte sie nicht nennen. Der Kläger ist Mitglied des WVL und war infolgedessen vom Landwirteverband juristisch vertreten worden.

Erleichterung beim Fleischkonzern

Dass es nun nicht zu einem Verfahren vor dem Mindener Landgericht kommt, begrüßte am Freitag Tönnies-Unternehmenssprecher Dr. André Vielstädte ausdrücklich. „Dass die Klage gegen das Verfahren zur Erhöhung der Schlachtkapazität zurückgezogen wurde, bestätigt unsere Einschätzung. Der Kreis Gütersloh hat in dem mehr als zwei Jahre andauernden Prüfverfahren sämtliche Details ausführlich unter die Lupe genommen.“

Durch den überraschenden Rückzug der Klage habe Deutschlands größter Fleischkonzern für die Kapazitätserweiterung an seinem Stammwerk in Rheda nun Rechts- und Planungssicherheit, sagte Dr. Vielstädte. Wie genau die erzielte Einigung zwischen Tönnies und dem Landwirt aussieht, verriet der Unternehmenssprecher nicht. Nur so viel: „Wir sind fest verankert in Rheda-Wiedenbrück und suchen ein gutes Nachbarschaftsverhältnis. Daher sind wir froh, dass das Genehmigungsverfahren ohne eine gerichtliche Auseinandersetzung zum Abschluss gebracht werden konnte.“

Schlachtkapazitäten nach und nach erhöhen

Tönnies will die höheren Schlachtmengen nach Aussage von Geschäftsführer Dr. Andreas Hennige zeitnah sukzessive ausschöpfen – um Spitzen abzufangen und die Zukunftsfähigkeit des Werks dauerhaft zu sichern. Umweltschützer hatten das Vorhaben stets heftig kritisiert.

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