Tönnies: „Habe Stadt viel zu verdanken“
Bild: Sudbrock
Tageszeitungen, Münzen, Baupläne und eine Urkunde enthielt die Metallbüchse, die Bürgermeister Theo Mettenborg, Sarah und Robert Tönnies sowie Architekt Mirko Moch (v.l.) am Donnerstagnachmittag zur Grundsteinlegung im Fundament des Wohn- und Geschäftshauses einbetonierten.
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„Mit Blick auf die zu erzielende Rendite wären andere Standorte sicherlich attraktiver gewesen, aber wir haben uns bewusst für Rheda-Wiedenbrück entschieden“, unterstrich der Sohn des verstorbenen Fleischwerkgründers Bernd Tönnies bei der Grundsteinlegung für das Millionenprojekt am Donnerstagnachmittag. Das Wohn- und Geschäftshaus entstehe an einem markanten Punkt in der Rhedaer Innenstadt – nämlich auf der Achse zwischen Schloss, Rathaus und Bahnhof, sagte Robert Tönnies. Deshalb sei ihm und seiner Frau Sarah, die das Bauvorhaben federführend betreue, daran gelegen, mit der Immobilie städtebauliche Akzente zu setzen und das Erscheinungsbild des näheren Umfelds aufzuwerten.

Überraschung im Erdreich

Dass es sich bei dem Projekt um eine auf Langfristigkeit angelegte Investition handele, davon zeuge nicht zuletzt die Wahl der Materialien für die Fassade und den Innenausbau, sagte Mirko Moch vom beauftragten Architekturbüro Hillemeyer und Moch. Unerwartete Probleme habe das mit Emstorf durchsetzte Erdreich bei der Fundamentlegung mit sich gebracht. „Wir mussten die Stützpfeiler zwei Meter tiefer setzen als ursprünglich geplant und 228 Kubikmeter mehr Beton als gedacht unterhalb der Sohle verbauen“, erläuterte Moch. Er sei aber guter Dinge, dass der Neubau spätestens im Sommer 2016 bezugsfertig ist.

Pizzeria neben Tierarztpraxis

Dort, wo früher die Zahnarztpraxis Haut und das Arbeitslosenselbsthilfezentrum standen, entsteht ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit zusätzlichem Staffelgeschoss. Die Gesamtnutzfläche der Wohn- und Gewerbeeinheiten beträgt annähernd 2500 Quadratmeter. Im Erdgeschoss sollen drei Geschäftsflächen entstehen, von denen für zwei die Mietverträge bereits unterzeichnet sind: Im vom Neuen Wall aus gesehenen rechten Teil wird Gastronom Francesco Aquino, der bislang am Widumeck die Pizzeria „Roma“ betreibt, ein italienisches Restaurant eröffnen. Im mittleren Teil wird Tierärztin Dr. Christiane Braun mit ihrer Praxis einziehen. Der linke Teil ist noch zu vergeben.

Quadratmeterpreise ab 7,50 Euro

Die insgesamt 14 Wohneinheiten sollen nicht verkauft, sondern vermietet werden. In der zweiten und dritten Etage des Tönnies-Neubaus entstehen elf Wohnungen mit Nutzflächen zwischen 59 und 120 Quadratmetern. Für die Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen werde ein Quadratmeterpreis von 7,50 Euro aufgerufen, erklärte Sarah Tönnies. „Wir haben bewusst niedrig kalkuliert, um beispielsweise auch für Familien mit Kindern bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können.“ Die drei Penthouse-Wohnungen im oberen Staffelgeschoss sind jeweils mindestens 100 Quadratmeter groß. Wegen der bevorzugten Lage in fast 13 Metern Höhe werde für sie ein Quadratmeterpreis von neun Euro verlangt. 36 Parkplätze für Bewohner und Besucher werden unterhalb des Komplexes in einer Tiefgarage sowie im Hinterhof des Hauses entstehen.

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