Tönnies: Mischungsangabe willkürlich
Im Prozess gegen den Fleischunternehmer Clemes Tönnies hat am Mittwoch der langjährige Produktionsleiter ausgesagt.

Im Hackfleisch-Prozess gegen Fleischunternehmer Clemens Tönnies (54) hat der langjährige Produktionsleiter der Unternehmensgruppe am Mittwoch falsche Mischungsangaben auf den Etiketten eingeräumt. Vor dem Essener Landgericht sagte der mitangeklagte 57-Jährige: "Ich habe in Kauf genommen, dass das Mischungsverhältnis, wenn überhaupt, dann nur zufällig stimmen konnte." Alles andere sei produktionstechnisch unmöglich.

Oberstes Ziel: Unter 50 Prozent Rindfleisch

Clemens Tönnies und zwölf leitenden Angestellten wird vorgeworfen, zwischen 2005 und 2007 Millionen Packungen Hackfleisch verkauft zu haben, bei denen der Rindfleischanteil geringer war als angegeben. Nach Angaben des Produktionsleiters sei das oberste Ziel bei der Herstellung von gemischten Hackfleischprodukten gewesen, unter 50 Prozent Rindfleischanteil zu bleiben. Andernfalls wäre man Gefahr gelaufen, gegen strenge Auflagen bei der Kennzeichnung von Rindfleischprodukten zu verstoßen. Die tatsächliche Angabe auf den Etiketten "45 Prozent Rindfleisch, 55 Prozent Schweinefleisch" sei willkürlich gewählt worden, da es bei der Herstellung von Misch-Hack neben der Fleisch-Gattung auch auf "chemische Parameter" wie Bindegewebs-Eiweiß und Fett ankomme. Darüber hinaus sei es ein "Irrglaube", dass Rindfleisch immer hochwertiger sei als Schweinefleisch.

Keine Aussage von Clemens Tönnies

Clemens Tönnies, Deutschlands größter Fleischproduzent und Schalker Aufsichtsratschef, hat sich bisher selbst nicht zu den Vorwürfen geäußert. Möglicherweise soll dies im April geschehen.

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