Tönnies: Produktion steht weiter still
Behördenvertreter haben am Donnerstag im Gütersloher Kreishaus über das Vorgehen beim Fleischkonzern Tönnies beraten. An den Gesprächen nahm auch Rheda-Wiedenbrücks Bürgermeister Theo Mettenborg teil.

„Sicherheit vor Schnelligkeit“ lautet nach Worten der Detmolder Regierungspräsidentin Judith Pirscher das gemeinsame Ziel der beteiligten Behörden und Experten. Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer hatte bereits am Dienstag betont, dass die Produktion erst dann wieder ihre Arbeit aufnehmen dürfe, wenn gewährleistet sei, dass von dem Unternehmen keine Gefahr für die Bevölkerung sowie die Beschäftigten ausgehe.

Techniker dürfen aufs Werksgelände

Die Vertreter der für Tönnies zuständigen Aufsichtsbehörden – das sind außer dem Landesgesundheitsministerium die Bezirksregierung Detmold, der Kreis Gütersloh und die Stadt Rheda-Wiedenbrück – haben sich bei der Zusammenkunft am Donnerstag darauf verständigt, dass Techniker von Fachfirmen das Werksgelände betreten dürfen, um Vorkehrungen für den „vorbereitenden Infektionsschutz“ zu treffen. Als Grundlage dafür dienen gutachterliche Stellungnahmen, die raumluftverbessernde Maßnahmen betreffen. Die technischen Mitarbeitenden und entsprechende Fachbetriebe dürfen das Betriebsgelände wieder betreten und notwendige Arbeiten durchführen: Darunter fallen beispielsweise das Montieren von Schutzelementen in Kantinenbereichen und Teilen der Produktion. Außerdem erfolgt die Installation einer neuen Filtertechnik. Bereits am Sonntag soll die neue Lüftungsanlage einer sogenannten Kaltrauchanalyse unterzogen werden. Das diene als Bewertungsgrundlage für die externen Experten, heißt es aus dem Rathaus.

Nicht festlegen wollte sich die Leiterin der Detmolder Bezirksregierung am Donnerstag auf einen Termin für den Neustart der Produktion am Stammsitz von Deutschlands größtem Fleischkonzern. „Wir müssen sehen, wie belastbar die einzelnen Teilstücke sind“, sagte sie mit Blick auf die umfangreichen technischen Maßnahmen, die Tönnies noch umsetzen muss.

Unternehmen hofft auf baldige Entscheidung

„Bei dem heutigen Gespräch mit den Behörden wurde das erweiterte Hygienekonzept ausführlich vorgestellt“, sagte Tönnies-Sprecher Dr. André Vielstädte im Anschluss des Treffens. „Auf dieser Grundlage können die Behörden nun kurzfristig eine Endbewertung vornehmen.“ Behörden und Unternehmen hätten sich darauf verständigt, alles zu tun, um den Betrieb stufenweise wieder ans Laufen zu bekommen.

Verwaltung arbeitet wieder

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück hat dem Unternehmen die Schlachtung und Zerlegung zunächst bis zum 17. Juli untersagt. Diese Frist kann von der Behörde verkürzt oder auch verlängert werden. In der Konzernverwaltung darf seit Donnerstag wieder gearbeitet werden. Es gelten jedoch strenge Auflagen.

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