Tönnies-Prozess: Vorwürfe gegen Schnusenberg
Bild: Evers
Josef Schnusenberg (l). wird am Freitag vor dem Landgericht Bielefeld im Tönnies-Prozess gehört.
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 „Ich war der beste Freund von Bernd Tönnies“, sagte der 73-Jährige Steuerberater Schnusenberg am Freitag. Darum habe ihn der Gründer des Fleischkonzerns auch zu seinem Testamentsvollstrecker gemacht. Die Geschäftsanteile der beiden Söhne Bernds – Robert und Clemens Tönnies junior – an dem Unternehmen wurden bis zur Vollendung ihres 30. Lebensjahres von Schnusenberg verwaltet.

Entscheidungen am Frühstückstisch gefällt

Mit Erstaunen hörten die Zuschauer im Saal 255 des Landgerichts, wie Schnusenberg dieses Amt nach dem Tod von Bernd Tönnies 1994 ausfüllte. Wichtige Dokumente ließ er durch Dritte an seine Schutzbefohlenen übergeben. Klar sei ihm nicht gewesen, ob sie diese wirklich erhalten hätten. Entscheidungen seien „auf die bei Tönnies übliche Art und Weise“ am Frühstückstisch gefällt worden – die Neffen von Fleischbaron Clemens Tönnies seien nicht immer mit dabei gewesen.

„Sie haben es nicht nur geschafft, den Anteil der beiden Söhne an dem Unternehmen im Laufe der Jahre von 60 auf 50 Prozent zu verringern“, fuhr Mark Binz, Anwalt von Robert Tönnies, Schnusenberg an. Der Testamentsvollstrecker habe die Söhne von Bernd Tönnies durch die Einführung eines doppelten Stimmrechts für Clemens Tönnies entmachtet.

Einen ausführlichen Bericht über den Prozess lesen Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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