Tönnies lässt sein Logo demontieren
Foto: Tönnies
Der strukturelle Umbau bei Tönnies soll einer Mitteilung des Unternehmens zufolge nun auch nach außen hin erkennbar werden: Das Logo, eine meterhohe Tiergruppe, die sich als Werbefigur auf dem Tiefkühllager am Standort Rheda dreht, wird demontiert.
Foto: Tönnies

„Nach der Direkteinstellung der Produktionsmitarbeiter und dem Einstieg in das Wohnraummanagement folgt nun auch eine symbolische Erneuerung“, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilug. Eine andere Zeitrechnung sei angebrochen, wird Tönnies-Geschäftsführer Dr. André Vielstädte zitiert, nachdem man 2020 erlebt habe, „was das Corona-Virus anrichten kann“. Erfolgreiches werde fortgesetzt, alte Zöpfe abgeschnitten. Zu Letzteren zähle auch das Logo der Tiergruppe, das nicht mehr in unsere Zeit passt.“ 

„Plötzlich der Buhmann“

Der massenhafte Corona-Ausbruch am Stammsitz in Rheda hatte im vergangenen Sommer bekanntlich die größte Krise in der inzwischen 50-jährigen Firmengeschichte von Tönnies ausgelöst. Plötzlich sei das Unternehmen „der Buhmann“ gewesen, meint Vielstädte. Mitarbeiter seien „auf unsägliche Art und Weise“ vorverurteilt worden, „noch ehe es eine wissenschaftliche Aufarbeitung gab“. 

Doch das Unternehmen betrachtet sich auch als selbstkritisch, habe alle Prozesse hinterfragt: „In dieser Krise haben unsere Mitarbeiter bewiesen, dass sie das Rückgrat des Unternehmens sind“, lässt sich Personalvorstand Martin Bocklage zitieren. Diese Stärke von deutschlandweit rund 12 500 Beschäftigten wollen man künftig mehr in den Vordergrund stellen. 

Kampagne zur Erneuerung

Zum Auftakt der Erneuerungsoffensive hat Tönnies eine regionale Kampagne gestartet, bei der die Mitarbeiter im Fokus stehen. In verschiedenen Motiven und Formaten erzählen sie von ihren Erfahrungen im Unternehmen. Am Anfang stehe eine Anzeigenkampagne in Regionalmedien, die Mitte April starten werde, teilt die Firma mit. 

Persönliche Sichtweisen

Vielstädte erinnert in diesem Zusammenhang daran, das man bereits 2018 über die Dialogplattform im Internet damit begonnen habe, „mit jedem Interessierten ins Gespräch zu kommen. Diesen Weg setze man nun konsequent fort und stelle die Mitarbeiter in den Vordergrund der Kommunikation, „um ihre persönliche Sichtweise aufzuzeigen.“ In einem ersten Aufschlag wolle Tönnies die Fokusthemen Wohnen, Direkteinstellung, Corona-Prävention und Umgang mit dem Tier behandeln. 

Ehrlich und authentisch

„Wir zeigen unsere Arbeit und kommunizieren ehrlich sowie authentisch darüber“, fasst Vielstädte das Vorgehen zusammen. „Die drehende Tiergruppe auf dem Dach des Tierfkühllagers passt dazu nicht. Stattdessen werden wir unsere Gesprächsangebote ausbauen und direkte Wege der Kommunikation stärken.“

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