Tönnies zahlt für Leiharbeiter-Versorgung
Bild: Grujic
Seit einem Jahr tagt der Runde Tisch zur Situation der Werkvertragsarbeiter – nun verbucht das Gremium erste Erfolge.
Bild: Grujic

Die Stadt legt noch einmal den gleichen Betrag drauf, so dass unterm Strich eine Viertelmillion Euro für Sprachförderprogramme, Beratungen zu staatlichen Zusatzleistungen wie Wohn- oder Kindergeld sowie weiteren Themenfeldern zur Verfügung steht.

Ein Jahr nach Bildung des Runden Tischs zur Verbesserung der Wohn- und Beschäftigungsbedingungen der osteuropäischen Werkvertragsarbeiter in Rheda-Wiedenbrück sehen sich die beteiligten Akteure auf einem guten Weg. Viel sei erreicht worden, trotzdem geht die Umsetzung der Maßnahmen dem einen oder anderen noch nicht schnell genug.

Die umfassende Betreuung der Werkvertragsarbeiter in allen Lebenslagen sei das Ziel aller Bemühungen, sagte Martin Blumentritt bei der Vorstellung der Ergebnisse der jüngsten Zusammenkunft des Runden Tischs. Der Tönnies-Hausjurist vertritt den Fleischkonzern in dem Gremium, dem ferner Mitglieder von Wohlfahrtsverbänden und Kirchen, der Stadt sowie der Interessengemeinschaft (IG) „Werkfairträge“ angehören.

Bis zu fünf Sozialarbeiterstellen könnten mit dem Geld eingerichtet werden, rechnete der Städtische Leitende Rechtsdezernent Eberhard Greufe vor. Hinzu komme eine halbe Stelle zur regelmäßigen Kontrolle der Unterkünfte, in denen die vorwiegend aus Polen, Rumänien und Bulgarien stammenden Arbeitnehmer leben.

Konzept erarbeiten

Wie genau die jährlich bereitstehenden 250 000 Euro eingesetzt werden, entscheide sich in den kommenden Monaten, erklärte Uwe Henkenjohann (CDU), der im Namen aller Ratsfraktionen sprach. Es gelte, mit externem Expertenrat ein Konzept zu erarbeiten. „Auf diese Weise wollen wir sicherstellen, dass das Mehr an Hilfen tatsächlich bei den Menschen ankommt.“

Tönnies-Jurist Blumentritt betonte, dass das Fleischwerk zwar das Geld für die Betreuung der Werkvertragsbeschäftigten bereitstelle, sich aber aus der inhaltlichen Ausgestaltung des Unterstützungskonzepts ganz bewusst heraushalte. Aus Sicht von Inge Bultschnieder (IG „Werkfairträge“) gibt es trotz der bereits erfolgten Einführung eines Mindestlohns für die Beschäftigten in der bundesdeutschen Fleischindustrie noch ungelöste Fragestellungen. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und die Erfassung der geleisteten Arbeitsstunden blieben „unvollendete Baustellen“.

SOCIAL BOOKMARKS