Träger wechselt, Konzept bleibt gleich
Bild: Schulte-Nölle
Gute Stimmung: In einer Feierstunde begrüßten Kinder, Erzieher, Eltern und die Leiterin des Waldkindergartens, Petra Krumtünger (hinten Mitte), mit dem Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte den neuen Träger der Einrichtung am Moorweg in Rheda.
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Die GNU hatte die Einrichtung vor zwölf Jahren aus der Taufe gehoben und seither ehrenamtlich begleitet und unterstützt. „Die Entscheidung zum Rückzug ist uns sehr schwer gefallen“, sagte GNU-Vorstandsmitglied Petra Peitz gestern bei der symbolischen Schlüsselübergabe. Der Mangel an ehrenamtlichem Nachwuchs und die stetige Zunahme des Verwaltungsaufwands, der im Zuge der Trägerschaft anfalle, hätten den Verein jedoch zu diesem Schritt gezwungen. „Wir sind aber in jeder Hinsicht zuversichtlich, dass auch die Zusammenarbeit zwischen dem Waldkindergarten und dem neuen Träger gut klappt“, betonte Petra Peitz.

Die Voraussetzungen dafür stehen gut, denn an der Ausrichtung des Kindergartens soll sich auch künftig nichts ändern. im Gegenteil: Konzept und Team seien super, hob VKM-Geschäftsführerin und neue Kindergartenkoordinatorin Kristina Witschel vor Eltern, Kindern und Erziehern hervor. „So wie die GNU diese Einrichtung begleitet hat, wollen wir es daher auch machen.“

VKM bereits Träger mehrerer Einrichtungen mit spezieller Ausrichtung

Der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte mit Sitz in Rietberg ist bereits Träger mehrerer sozialpädagogischer Einrichtungen mit spezieller konzeptueller Ausrichtung. Dazu gehört unter anderem die integrative Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ in Wiedenbrück, in dem ein Drittel der insgesamt 60 zu betreuenden Mädchen und Jungen eine teils schwere körperliche Behinderung aufweisen.

Eine Entscheidung für den VKM und gegen die weiteren Bewerber sei daher schnell gefallen, wie Uta Greuner-Lindner sagte. Im Übrigen habe sich nicht nur die GNU für diese Lösung stark gemacht, wie die bisherige Koordinatorin für den Waldkindergarten verriet. Auch Erzieher und Eltern hätten sich für den VKM als neuen Träger ausgesprochen. Dem Wechsel zum Trotz: Die GNU wird dem Waldkindergarten auch weiterhin eng verbunden bleiben, wie Uta Greuner-Lindner betonte. So wird man weiterhin naturnahe Projekte gemeinsam unternehmen.

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ verabschiedete sich die Kindergartenleiterin Petra Krumtünger gestern von der GNU als bisheriger Trägerin des Waldkindergartens. „Als wir vor zwölf Jahren das Richtfest für unsere Blockhütte gefeiert haben, da war die Politik der Meinung, dass es nicht lange einen Bedarf für eine Einrichtung wie uns geben wird“, blickte die 46-Jährige zurück. Ein Irrtum, wie sich herausstellen sollte, denn bis heute kann der Kindergarten gute Anmeldezahlen vorweisen.

20 Kinder besuchen aktuell die Einrichtung am Moorweg. Vier Erzieher kümmern sich 35 Stunden in der Woche um die Drei- bis Sechsjährigen. An drei Tagen besteht die Möglichkeit, die Kinder auch über Mittag zu betreuen. Ein Großteil der Aktivitäten spielt sich im Wald ab. Das Besondere daran: „Die Natur ersetzt reguläre Spielzeuge, das fördert unter anderem die Kreativität“, wie Petra Krumtünger sagt.

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