Trickdieb aus Rheda-Wiedenbrück gefasst
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Die Kriminalpolizei hat einem über die Grenzen Ostwestfalens hinaus agierenden Trickdieb aus Rheda-Wiedenbrück das Handwerk gelegt.
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Der Tatverdächtige hatte sich auf hochwertige Handys spezialisiert, war in Paderborn, Bielefeld, Münster und Osnabrück aktiv. Mitte April hatten Mitarbeiter eines Elektronikhändlers Anzeige erstattet. Über dessen Online-Portal hatte jemand zwei hochwertige Handys bestellt und zur Abholung in den Paderborner Fachmarkt liefern lassen, wo er die bezahlten Geräte im Wert von mehr als 2500 Euro dann auch abholte. Einen Tag später erschien der Mann wieder im Geschäft und gab die originalverpackten Smartphones gegen Erstattung des Kaufpreises zurück. 

Keine Zauberei

Da das Siegel an der Verpackung unbeschädigt zu sein schien, fiel erst im Nachhinein auf, das keine hochwertigen Telefone, sondern lediglich kleine Bleigewichte darin lagen. 

„Nein, keine Zauberei, aber wie der Dieb vorgegangen war, sollten erst die weiteren Ermittlungen der Paderborner Kripo ergeben“, teilt die Polizei mit. Bei der Aufklärung seien die Aussagen eines Ladendetektivs ebenso hilfreich gewesen wie Videoaufzeichnungen der Kaufhausüberwachung.

Falschen Namen verwendet 

Durch eine akribische Auswertung habe der Verdächtige einem Auto zugeordnet werden können. Es war zwar nicht auf seinen Namen zugelassen und zur Abwicklung des Online-Kaufs hatte der Mann einen falschen Namen genutzt – aber die Tarnung flog schnell auf. Weitere Recherchen führten zu dem 24-Jährigen aus Rheda-Wiedenbrück. 

Zwischenzeitlich wurden ähnliche Fälle aus weiteren Elektronikmärkten in Paderborn, Bielefeld, Münster und Osnabrück bekannt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen Ende Mai fand die Gütersloher Polizei zwölf neue Handys und weitere hochwertige Elektronik, überdies Bleigewichte sowie anderes „Füllmaterial, kartonweise Plagiate von Handy-Verpackungen, Siegeln und anderen Aufklebern“. Einiges hatte der junge Mann selbst mit Druckern hergestellt, anderes online auf dem asiatischen Markt erworben. 

Bislang unbescholten

Der 24-Jährige machte keine Angaben zu Sache und lässt sich von einem Anwalt vertreten. Bislang war der junge Mann strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Bislang steht nicht fest, ob und wie der Rheda-Wiedenbrücker mit den erbeuteten Handys handelte. „Vermutlich ist die Masche rechtzeitig aufgeflogen, sodass noch kein umfangreicher Vertrieb stattgefunden hat“, teilt die Polizei mit. Die Ermittlungen dauern weiter an.

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