Turnhallen sind ab April wieder nutzbar
Bild: Sudbrock
Zuerst soll die Turnhalle der Ketteler-Hauptschule für den Sportbetrieb freigegeben werden, danach die der Osterrath-Realschule. Zum 31. März schließt die im Auftrag der Landesregierung in den beiden Gebäudekomplexen eingerichtete Notunterkunft ihre Pforten. Zurzeit sind noch 106 der 450 Plätze belegt.
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Das wäre eine Abkehr von den bisherigen Planungen der Kommune zur Flüchtlingsunterbringung. Ursprünglich war vorgesehen, die Turnhallen von Ketteler-Hauptschule und Osterrath-Realschule auch über den 31. März hinaus mit bis zu 450 Asylbewerbern zu belegen. Dass das Land die Notunterkunft am Burgweg zum Quartalsende aufgibt, hat die Kommune seit Ende Januar schriftlich. „Uns liegt der entsprechende Bescheid vor“, bestätigte Rathaussprecherin Maximiliane Plöger auf Nachfrage der „Glocke“. Das bedeute, dass in die Doppelstadt künftig keine Männer, Frauen und Kinder aus Krisenregionen mehr kommen, die nur für wenige Tage oder Wochen bleiben, bis sie ihren endgültigen Zielkommunen zugewiesen werden.

Flüchtlinge sollen dezentral untergebracht werden

Spätestens ab Anfang April wird sich Rheda-Wiedenbrück also ausschließlich um die Unterbringung und Versorgung der regulär zugewiesenen, längerfristig oder dauerhaft in der Stadt bleibenden Asylsuchenden kümmern müssen. Vom Tisch ist nach aktuellem Stand die Überlegung, einen Teil dieses Personenkreises in den Turnhallen am Burgweg einzuquartieren. Stattdessen will die Kommune nach Auskunft ihrer Sprecherin die Flüchtlinge dezentral in Wohncontainern sowie in angemieteten Häusern beherbergen.

Aktuell entstehen an vier Standorten in Holzrahmenbauweise Moduleinheiten für jeweils mindestens 60 Menschen. Am weitesten vorangeschritten sind die Arbeiten am Lattenbusch im Ortsteil St. Vit. Die Sporthallen künftig nicht mehr im Auftrag der Bezirksregierung, sondern auf eigene „Kappe“ und eigene Rechnung als Flüchtlingsunterkunft zu betreiben, sei weder praktikabel noch wirtschaftlich, erklärte Maximiliane Plöger. Selbst wenn nur einige Dutzend Menschen dort ein Dach über dem Kopf finden würden, bleibe es bei laufenden Kosten von monatlich mindestens 200 000 Euro fürs Catering und den erforderlichen Sicherheitsdienst. Vor diesem Hintergrund lohne sich das „Freiziehen“ der Hallen selbst dann, wenn sie später wider Erwarten – etwa bei steigenden Zuweisungszahlen – erneut als Flüchtlingsherberge genutzt werden müssten.

Zahl der Neuzuweisungen geht zurück

Ab April soll die Turnhalle der Ketteler-Hauptschule wieder für sportliche Betätigungen nutzbar sein, im Anschluss soll nach jetzigem Planungsstand auch die Halle der Osterrath-Realschule „freigezogen“ werden. In beiden Gebäudekomplexen sind allerdings verschiedene Rückbaumaßnahmen erforderlich, bevor Schüler und Sportvereinsmitglieder wieder aktiv werden können. So müssen Elektrikleitungen und spezielle Brandschutzvorkehrungen, die vor der Einrichtung der Notunterkunft im vergangenen Sommer installiert worden waren, wieder entfernt werden. Gleiches gilt für den Schonbelag, der zum Schutz des empfindlichen Hallenbodens verlegt worden war. Ende 2015 war die Stadt noch davon ausgegangen, dass sie in diesem Jahr bis zu 1000 zusätzliche regulär zugewiesene Flüchtlinge aufnehmen muss. Zurzeit stellt sich die Situation jedoch weniger dramatisch dar. „In dieser Woche hatten wir gar keine Neuzuweisungen, für kommende Woche wurden uns 13 Personen angekündigt“, informierte Stadtsprecherin Maximiliane Plöger. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr trafen wöchentlich bis zu 50 Kinder und Erwachsene in Rheda-Wiedenbrück ein.

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