Uhr spiegelt das alte Wiedenbrück wider
Bild: Dick
Neben der Besonderheit, dass die Stunden à la „Wiedenbrueck“ angezeigt werden, ziert das Ziffernblatt aus Sterling-Silber eine typische Wiedenbrücker Fachwerk-Kulisse.
Bild: Dick

Mit dem kleinen orthografischen Kunstgriff hat Juwelier Martin Riedel den Clou für seine zweite Wiedenbrück-Uhr gefunden. Dort schlägt die Zeit im „WIEDENBRUECK“-Takt. Angefangen hatte es vor acht Jahren, als der „Zugereiste“ Martin Riedel erstmals seine Leidenschaft fürs Uhrmachen mit seiner Liebe zum Ortsteil Wiedenbrück verband. Seine „Aegidius-Uhr“ stellte ihn damals nicht vor sprachliche Probleme. „Da war es vielmehr eine immense Tüftelei, den richtigen Türkis-Ton zu treffen“, erinnert sich der Uhrmacher noch zu gut. Genau jenes Türkis, das im Zentrum der Turmuhr von St. Aegidius bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen ganz unterschiedlich leuchten kann. Schließlich leuchtete es auch von der Armbanduhr, umgeben von den gülden schimmernden Stunden-Indizes in Blockform. Auf viele Uhrenliebhaber wirkte dieses Leuchten so attraktiv, dass die streng limitierte Auflage von 250 Stück schnell vergriffen war. Und ein Uhrenfreak hatte sich dermaßen in diese Uhr verliebt, dass er bei Riedel eine Sonderanfertigung in Auftrag gab.

Die Aegidius-Uhr als Wanduhr – für den passionierten Uhrmacher eine Herausforderung. „Ich konnte ja nicht auf irgendwelche vorgefertigten Serienteile zurückgreifen“, erinnert er sich an mühevolle „40 bis 50 Stunden Handarbeit“. Doch danach strahlte die Wanduhr, die immerhin einen Durchmesser von 80 Zentimetern aufwies, ähnlich schön wie das große Vorbild. Besonders die beiden Zeiger forderten Riedel einiges ab: „Die durften nicht zu schwer sein, mussten gleichzeitig aber auch stabil genug sein“. Angetrieben werden sie von einem 230-Volt-Synchronmotor. „Wie er auch in Bahnhofsuhren zu finden ist“, erzählt ,dass es dem Kunden auch auf höchste Ganggenauigkeit ankam. „Die Indizes habe ich in Hammerschlagtechnik ausgeführt und anschließend vergoldet“, denkt Riedel mit gemischten Gefühlen an diese Fleißarbeit zurück. Noch einmal muss er solch einen Auftrag nicht haben. „Ich mache doch lieber schöne Armbanduhren“, ist er ganz ehrlich. So wie jene „Reckenberg-Uhr“, die er als sein zweites Wiedenbrück-Opus passend zum Weihnachtsgeschäft aufgelegt hatte.

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