Umflut als „Fischweg“ in die Ems
Bild: Wassum
Infotafeln weisen seit Kurzem auf die Bedeutung der Wiedenbrücker Umflut auch für die Ems hin.
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Seit Kurzem weisen drei Infotafeln, befestigt auf starken Eichenbohlen, auf die Bedeutung der Umflut hin – auch für den guten Zustand der Ems als Fischgewässer.

Das Emswasser ist sauberer geworden. Aber sauberes Wasser allein reicht nicht aus, um den Fischen das Leben zu erleichtern. Sie benötigen Laichgebiete, sie brauchen Nahrung – und dafür müssen sie wandern können, flussab, aber vor allem flussauf. „Sonst bleiben sie isoliert und sind von Besatzmaßnahmen der Angelvereine abhängig“, weiß Diplom-Ingenieur Detlef Sönnichsen (Minden), der als Gewässerexperte auch die zurzeit laufenden Hochwasserschutzmaßnahmen an der Ems in Rheda-Wiedenbrück geplant hat.

Wasserwirtschaft, Kreis und Kommunen unternehmen derzeit erhebliche Anstrengungen, um die Ems für Fische wieder durchwanderbar zu machen. Dort, wo die Grundeigentümer mitmachten, werde Lebensraum für die Fische geschaffen, der mit der Kultivierung weitgehend verloren gegangen sei, erläutert Sönnichsen.

Zwei unüberwindliche Hindernisse für die Flussbewohner gibt es vor Ort: das Schlosswehr in Rheda und das Wehr an der Langen Straße in Wiedenbrück. Für das „Rhedaer Problem“ soll im Zuge des bevorstehenden Emsnaturausbaus eine Lösung gefunden werden. In Wiedenbrück gibt es sie bereits: die Umflut.

Es sei ideal, Stauanlagen großzügig zu umgehen, weiß Gewässerexperte Sönnichsen die Wiedenbrücker Gegebenheit zu schätzen. Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen sei auch das sogenannte „Ableitungsbauwerk“ am Freibad so gestaltet worden, dass es eine „ordentliche Menge Emswasser“ in die Umflut lasse und die Fische dort „mit geringsten Hürden“ in den Fluss gelangen könnten.

Wichtig sei für die Fische auch eine „deutliche Strömung“, und zwar dort, wo die Umflut wieder in die Ems trifft, also am Emssee. Detlef Sönnichsen: „Die Strömung ist es, die die Fische zur Orientierung benötigen, denn sie suchen ihren Weg nicht mit den Augen.“

Sauber sollte die Umflut gehalten werden, fordert der Gewässerfachmann dazu auf, ihre Bedeutung für die Ems zu erkennen. Und immer mit reichlich Wasser durchströmt werden.

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