Umwälzungen auf dem Wohnungsmarkt
Baugebiete im Blick: (v.l.) Horst Neugebauer (SKW) und Alexander Buschsieweke (Bereichsdirektor Baufinanzierung) sowie Werner Twent, Christoph Wisniewski und Johannes Hüser vom Vorstand der Kreissparkasse laden zur Immobilienmesse ein.

Auf die sich abzeichnenden Umwälzungen gelte es zeitnah zu reagieren, erklärte Neugebauer am Mittwoch bei der Vorstellung seiner Marktanalyse. Der SKW Haus und Grund als Immobilientochter der Kreissparkasse Wiedenbrück und der Sparkasse Gütersloh sei daran gelegen, gemeinsam mit der Stadtverwaltung und den übrigen Marktakteuren frühzeitig die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen.

Angebot sinkt, Nachfrage steigt

„Das Angebot verfügbarer Immobilien hat sich in den vergangenen Jahren verringert“, sagte Neugebauer. „Nach der Finanzmarktkrise haben viele Kunden Immobilien als sicheres Investment neu entdeckt.“ Deshalb sinke die Verkaufsbereitschaft, zugleich stagniere das Angebot auf dem Neubausektor. Steigende Nachfrage und geringeres Angebot hätten höhere Preise zu Folge.

In Rheda-Wiedenbrück gab es nach Auskunft von Horst Neugebauer im Jahr 2008 insgesamt 19.500 Wohnungen und Häuser. Fast 60 Prozent der Einheiten seien Ein- oder Zweifamilienhäuser. 5730 dieser Häuser seien vor 1968, 2694 zwischen 1969 und 1987 errichtet worden. „Entsprechend hoch ist in vielen Fällen der Modernisierungsbedarf, gerade in Hinblick auf die energetische Aufwertung der Gebäude“, unterstrich der Diplom-Immobilienwirt der SKW.

Kleine Wohneinheiten im Trend

In Zukunft werde in der Doppelstadt die Nachfrage nach Eigentumswohnungen rasant steigen, erwartet Horst Neugebauer. Denn kleinere Wohneinheiten seien insbesondere für ältere Menschen interessant. „Im vergangenen Jahr sind aber nur zehn Neubauwohnungen und 90 gebrauchte Wohnungen in ganz Rheda-Wiedenbrück verkauft worden“, sagte Neugebauer. Das sei zu wenig, um den vorhandenen Bedarf zu decken.

Neugebauer bemängelt, dass bei Baugebietsausweisungen der Schwerpunkt nach wie vor auf Ein- und Zweifamilienhäuser gelegt werde. „In der neuen Siedlung an der Stromberger Straße in Wiedenbrück gibt es nur ein Grundstück, auf dem ein Mehrparteienhaus errichtet werden kann.“ Ein ähnliches Bild zeige sich bei den Neubaugebieten in Lintel, Batenhorst und St. Vit.

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