Umweltverträglichkeitsprüfung entfällt
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Immer wahrscheinlicher wird es, dass der Fleischkonzern Tönnies seinen Antrag auf Kapazitätserweiterung am Standort Rheda durchbekommt.
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Mit dieser Weichenstellung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass dem Vorhaben grünes Licht erteilt wird, deutlich. „Steht einer Genehmigung nichts im Weg, hat der Antragsteller ein Recht darauf, dass seinem Antrag stattgegeben wird“, erklärt Kreissprecher Jan Focken auf Anfrage der „Glocke“. Das Genehmigungsverfahren bedarf nach seinen Angaben keiner politischen Entscheidung.

Am Tag der Veröffentlichung des Amtsblatts meldete sich auch das Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung nochmals zu Wort. Die Aktiven machten bei der Kreisabteilung Bauen, Wohnen, Immissionen eine weitere Einwendung geltend. Dabei führen sie die von Experten nachgewiesene Belastung der Ems mit multiresistenten Keimen ins Feld („Die Glocke“ berichtete). Das Bündnis insistiert vor diesem Hintergrund, kreisweit Gewässer zu untersuchen. „Es müssen die Hotspots gefunden werden, an denen multiresistente Keime in die Gewässer gelangen“, heißt es.

Die Gegner der Tönnies-Erweiterung erneuern darüber hinaus ihre Forderung, das Verfahren zu stoppen, bis diese Analysen abgeschlossen und ausgewertet sind. „Im Fall einer vorschnellen Genehmigung des Antrags ohne Prüfung einer möglichen Gefährdung durch multiresistente Keime handelt der Kreis grob fahrlässig“, stellt das Bündnis heraus. Die Kapazität der Schlachtanlage des Fleischkonzerns Tönnies soll auf 30 000 Tiere (aktuell 26 000) aufgestockt werden. Bauliche Maßnahmen sind mit dem Vorhaben nicht verbunden.

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