Unterbringung soll menschenwürdig sein
Bild: Grujic

187 Menschen aus aller Herren Länder haben in den Unterkünften der Kommune Quartier bezogen.

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187 Menschen aus aller Herren Länder haben in den Unterkünften der Kommune Quartier bezogen. 24 Syrer – sogenannte Kontigentflüchtlinge – sind bei Freunden und Verwandten untergekommen. Ernst-Jürgen Michaelis, Integrationsbeauftragter der Stadt Rheda-Wiedenbrück, hat während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Sport die aktuellen Zahlen vorgelegt. Dabei wurde deutlich, dass die Aufnahmekapazitäten in den Unterkünften für Flüchtlinge und Asylsuchende erschöpft beziehungsweise überschritten sind. Das entbindet dennoch nicht von der Pflicht, weitere Menschen aus Krisengebieten aufzunehmen. Letztlich ist es an der Bezirksregierung, die Männer, Frauen und Kinder nach einem festgelegten Schlüssel, der sich an der Stärke der Kommunen, ihrem Steueraufkommen und zu einem sehr geringen Teil am Raumangebot orientiert, auf Städte und Gemeinden zu verteilen.

Zwischen Raumangebot und Zuweisungen ist in den vergangenen Jahren eine gewaltige Kluft entstanden. Konnten in den städtischen Übergangsheimen vor sieben Jahren noch 304 Personen Unterschlupf finden, ist derzeit eigentlich nur Platz für 171. Gleichzeitig schoss die Zahl an Zuweisungen unverhältnismäßig in die Höhe: 2007 waren es drei, 2014 sind es bislang schon 71. Dennoch ist die Rheda-Wiedenbrück in einer vergleichbar glücklichen Lage: Die Stadt verfügt über Wohnungen, die eigentlich für Aussiedler gedacht waren, jetzt aber für Asylbewerber genutzt werden. Not macht erfinderisch, außerdem müssen die Asylsuchenden enger zusammenrücken, als das noch vor einigen Jahren der Fall war.

Mittlerweile ist aber die Grenze des Zumutbaren überschritten worden. Will man Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen, braucht es zusätzlichen Platz. Für 2015 rechnet Michaelis derzeit mit etwa 100 weiteren Zuweisungen. Und weil nicht davon auszugehen ist, dass plötzlich überall auf dieser Welt Frieden herrscht, kämen diese Menschen zu denen, die in Rheda-Wiedenbrück ohnehin schon in den städtischen Unterkünften leben, hinzu. Um dem selbst gesetzten Grundsatz „Keine Ghettos, keine Container, keine Turnhallen“ treu bleiben zu können, wird derzeit der private Wohnungsmarkt durchforstet.

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