Verdacht auf Unfall mit Ammoniak bei Tönnies
Foto: Eickhoff
Feuerwehr und Notarzt waren in der Nacht zu Dienstag zum Fleischwerk Tönnies in Rheda gerufen worden.
Foto: Eickhoff

Die Feuerwehr eilte mit 90 Einsatzkräften der Löschzüge Lintel, Rheda, Wiedenbrück und Batenhorst zu dem Schlachtbetrieb. Zwei Feuerwehrleute rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus und erkundeten die Ammoniak-Anlage. Das übel riechende Gas wird in dem Unternehmen zur Kühlung eingesetzt. Weder bei der Erkundung noch später beim kontrollierten Anfahren der Anlage habe man Fehler feststellen können. Rund zweieinhalb Stunden waren die Einsatzkräfte auf dem Betriebsgelände, erst dann waren alle Mitarbeiter untersucht. 

Unfälle mit dem Kühl-Gas 2011 und 2012

Vor fast zehn Jahren, Anfang Juni 2011, war es bei Wartungsarbeiten zu einem größeren Ammoniakunfall in dem Werk gekommen, damals mussten 372 Personen vor Ort untersucht und 16 ins Krankenhaus eingeliefert werden. Einen Tag später kam es am 5. Juni bei Tönnies zu einem weiteren Großeinsatz wegen Ammoniak, diesmal mussten 26 Personen vorsorglich ins Krankenhaus.

Auch Anfang August 2012 war es auf dem Firmengelände zu einem Unfall mit dem stark stechend riechenden, farblosen, wasserlöslichen und giftigen Gas gekommen. Damals wurden neun Menschen leicht verletzt. 

Vergiftungen sind eher selten

Ammoniak kann im menschlichen Körper zu Koordinationsstörungen führen, ebenso zu Krämpfen oder Störung der Körperhaltung. Auch Lebervergrößerungen oder Atemnot sind als Folge einer Vergiftung bekannt. Da das Gas aber schon in geringen Konzentrationen durch seinen Geruch auffällt, sind Vergiftungen sehr selten.

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