Violin-Eiche soll nicht vergessen werden
Bild: Daub
Der ehemalige Bürgermeister Wilhelm Zünkler (l.) und Landwirt Bernhard Witte setzen sich für die Violin-Eiche ein.   
Bild: Daub

 Gemeint ist der nahezu rindenblanke Torso der „Violin-Eiche“, am „Aquatunnel“, der Autobahnunterführung in der Flora-Westfalica. Ein Kunstobjekt, das einst einer Laune der Natur entsprungen ist.

Baum vor dem Verfall bewahren

Wilhelm Zünkler, ehemals Rheda-Wiedenbrücker Bürgermeister, hat sich vorgenommen, den Baum, der in der Form eines Violinbogens gewachsen ist, vor der Vergessenheit – und vor dem Verfall – zu bewahren. Wilhelm Zünkler (86) und der in Nordrheda sesshafte Landwirt Bernhard Witte (76) haben im Jahr 2000 diese pflanzliche Kuriosität gerettet. Seitdem fühlten sich die beiden Männer mit „ihrem“ Schützling so sehr verbunden, dass es sie regelmäßig zu seinem heutigen Standort hinzieht – um dabei immer neu festzustellen, dass sich der Zahn der Zeit an dem Baum gütlich getan hat.

Das Splintholz, das sich normalerweise unter Rinde und Wachstumsschicht eines Baums befindet, ist ziemlich abgebröckelt. Doch die Kernholzzone des Stamms befindet sich in gutem Zustand. Dies stellte Gartenbauingenieur Klaus Geppert kürzlich bei einer Ortsbesichtigung fest.

„Wunder aus schwarzem Holz“

Zünkler und Witte geht es aber darum, die einst vom Sturm entwurzelte Eiche für die Nachwelt zu sichern – und sie fragten deshalb den verantwortlichen Mitarbeiter der Flora-Westfalica-GmbH für das ehemalige Landesgartenschaugelände, ob dem Torso von der Spitze bis zum Sockel ein Schutzanstrich gut tun würde. Geppert beruhigte die besorgten Baumpaten: „Die Violin-Eiche wird unbehandelt noch einige Generationen an dieser Stelle erfreuen, da bin ich mir sicher.“ Nur oben soll der Stumpf jetzt eine abgerundete Regenschutzkappe erhalten, damit er nicht fault.

Die Beschilderung der „Violin-Eiche“ muss allerdings erneuert werden. Metallsammler scheuten sich vor einigen Jahren nicht, auf dem Informationssockel neben der Skulptur ein Messingschild zweimal hintereinander abzureißen, auf dem die Daten der Eiche vermerkt worden waren. Seitdem ist das „Wunder aus dem Schwarzen Holz“ sozusagen namenlos.

Jetzt will Geppert die Anregung von Zünkler und Witte realisieren, eine neue Tafel aus Kunststoff anzubringen. Damit jeder, der vor dem Baum verharrt, weiß, worum es sich dabei handelt.

Den vollständigen Artikel lesen Sie am Montag in der Rheda-Wiedenbrücker Ausgabe der „Glocke“.

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