Vorbereitung auf Rosenmontag
Bild: Werneke
Kunterbunten Narrenspaß hatten diese Clowns in Rheda-Wiedenbrück. Darauf dürfen sich die Karnevalsfans auch dieses Jahr wieder beim Rosenmontagsumzug freuen. Der Lindwurm schlängelt sich am 12. Februar durch die Doppelstadt an der Ems.
Bild: Werneke

Dabei eilt für die Organisatoren des jecken Lindwurms die Uhr diesmal besonders schnell voran, denn die Session ist extrem kurz. Gerade einmal 14 Wochen liegen zwischen dem Auftakt der Narrenherrschaft am 11. November und ihrem Schlusspunkt am Aschermittwoch, 14. Februar. Zum Vergleich: Im kommenden Jahr dürfen die Karnevalisten ihre Regentschaft bis zum 6. März – und damit um 20 zusätzliche Tage – ausdehnen. Für den umtriebigen Verein um den Vorsitzenden Guido Lütkewitte lautet das Motto der Stunde deshalb: „Wir sind längst mittendrin statt nur dabei.“

Verträge abschließen

Damit der Rosenmontagsumzug einmal mehr eine rundum gelungene Veranstaltung wird, bringen die Mitglieder aktuell die notwendigen Verträge unter Dach und Fach. Das fängt bei der Wegstrecke an, die jedes Jahr aufs Neue bei der Stadt beantragt und von dieser abgenickt werden muss. Auch der Einsatz des örtlichen Deutschen Roten Kreuzes (DRK) muss rechtzeitig in den Stiel gestoßen werden. „Ohne ihn wären unsere Zeltpartys auf der Schanze schließlich undenkbar“, betont Lütkewitte. Gleiches gelte für die Standbetreiber, die die Jecken zwischen Rheda und Wiedenbrück mit Getränken sowie Speisen versorgen und deren Erscheinen ebenfalls per Vertrag besiegelt werden müsse.

Sicherheitskonzept erarbeiten

Einen nicht unerheblichen Aufwand bedeutet nicht zuletzt das Erarbeiten des Sicherheitskonzepts. Seit 2016 – dem Jahr, in dem der Attentäter Anis Amri einen Lastwagen in die Menschenmenge eines Weihnachtsmarkts an der Berliner Gedächtniskirche steuerte und zwölf Menschen tötete – haben sich die Auflagen auch in Rheda-Wiedenbrück verschärft. So musste das Rosenmontagskomitee 2017 erstmals mobile Blockaden errichten lassen, um zu gewährleisten, dass Zugteilnehmern wie Gästen des Schauspiels nichts geschieht. „Diesen zusätzlichen Sicherheitsaspekt werden wir auch diesmal leisten müssen“, weiß Lütkewitte. Im vergangenen Jahr hatte der Verein Glück im Unglück: Ein heimisches Unternehmen sponserte die dafür notwendigen Lastwagen samt Fahrer. Ob sich das Komitee erneut über diese großzügige Geste freuen darf, steht noch nicht fest.

Fünf Tage Partystimmung

Begleitet wird das närrische Treiben erneut von einem bunten Rahmenprogramm im Festzelt auf der Schanze in Wiedenbrück. Los geht es am Donnerstag, 8. Februar, 18 Uhr, mit der Altweiberparty. Zum karnevalistischen Gruppensingen, angeführt von zwei Livemusikern, gesellt sich ein Auftritt des heimischen Männerballetts „Rot-Weiß Ungelenk“. Beim Kinderkarneval am Freitag, 9. Februar, 15 Uhr, wird erneut ein Bühnenkünstler den Nachwuchs zu begeistern wissen. Für schwungvolle Auftritte zeichnen die Kindergruppen der Ersten Wiedenbrücker Karnevalsgesellschaft (KG) „Helü“ und des Wiedenbrücker Carnevalsvereins (WCV) „Grüne Funken“ verantwortlich. Einlass ist ab 14.30 Uhr.

Zu einer Premiere lädt das Rosenmontagskomitee für Samstag, 10. Februar, ein. Statt karnevalistischer Klänge gibt es im Zelt Partystimmung mit einer Mischung aus Irish Folk und Rockabilly. Die Bands „Jamie Clarke’s Perfect“, „Eddy and the Backfires“, „Glengar“ und „Folsom Prisoners“ heizen dem Publikum kräftig ein.

Der Sonntag, 11. Februar, startet um 10.30 Uhr mit einem karnevalistischen Gottesdienst in der Aegidiuskirche. Anschließend wird im Festzelt die traditionelle Erbsensuppe kredenzt, bevor die Altenheime und das Krankenhaus besucht werden. Ab 16.11 Uhr erfolgt im Zelt die Schlüsselübergabe, wobei Bürgermeister Theo Mettenborg die Macht über die Stadt symbolisch in Narrenhand legt. Anschließend wird gefeiert. Den Abschluss bildet am Montag, 12. Februar, die Party für alle, die nach dem Umzug noch lange nicht nach Hause gehen wollen.

Musiker im Sommer verpflichtet

Was wäre der Straßenkarneval ohne Livemusik? „Nicht einmal halb so mitreißend“, lautet Guido Lütkewittes schlichte Antwort. Sieben Musikgruppen hat sich das Komitee daher bereits für die anstehende Ausgabe des Rheda-Wiedenbrücker Rosenmontagsumzugs gesichert. Und das mit ordentlich Vorlauf, sprich: noch vor den Sommerferien 2017. Die vorausschauende Planung ist unumgänglich, wie der Vorsitzende erklärt, denn die immer länger werdenden Schultage ließen den Jugendlichen immer weniger Zeit für das Vereinsleben. Mit teils gravierenden Folgen. „Vielen Musikgruppen geht der Nachwuchs aus, so dass sie nicht mehr spielfähig sind. Die, die übrig bleiben, sind dann umso mehr gefragt.“

 Mit dem Akquirieren der Fußgruppen und Wagen hat das Rosenmontagskomitee direkt nach dem Weihnachtsfest begonnen. Die Zielmarke liegt hoch: 55 bis 58 Einheiten ließen in der Vergangenheit Jahr für Jahr den jecken Lindwurm lebendig werden. Dass bis Silvester nicht einmal eine Handvoll Interessenten ihr Kommen verbindlich zugesagt haben, kann Lütkewitte nicht aus der Ruhe bringen. Das sei schließlich ganz normal. „Ein Großteil der Teilnehmer meldet sich erst kurz vor knapp an.“

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