Vorläufiger „Porta“-Baustopp ist das Ziel
Die Dimensionen des „Porta“-Möbelmarkts auf dem ehemaligen Pfleiderer-Gelände an der Friedrich-Ebert-Straße in Gütersloh lassen sich bereits erahnen. Die Betonpfeiler des Grundgerüsts stehen schon.

Am Montagabend hatte der Stadtrat mit 31 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen, gegen den Bau des „Porta“-Möbelhauses in Gütersloh gerichtliche Schritte einzuleiten.

Bürgermeister und Beigeordneter sind optimistisch

„Wir sind sehr optimistisch, dass wir mit der Klage Erfolg haben“, unterstrich am Dienstag Technischer Beigeordneter Gerhard Serges. Denn das von der Stadt Rheda-Wiedenbrück in Auftrag gegebene Rechtsgutachten komme zu dem Schluss, dass der Bebauungsplan der Stadt Gütersloh für das „Porta“-Areal gegen das interkommunale Abstimmungsrecht verstoße und zudem schwere Abwägungsmängel aufweise, die in einem Normenkontrollverfahren zur Unwirksamkeit des Bebauungsplans führen könnten.

Einspruch wahrscheinlich

Bürgermeister Theo Mettenborg rechnet damit, dass über den Ausgang des Eilverfahrens in zwei bis drei Wochen entschieden sein wird. Er geht jedoch davon aus, dass die Stadt Gütersloh Einspruch einlegen wird, wenn das Verwaltungsgericht Minden tatsächlich einen vorläufigen Baustopp verhängen sollte. Mettenborg: „Dann müsste sich automatisch die nächst höhere Instanz, nämlich das Oberverwaltungsgericht in Münster, mit dem Fall beschäftigen.“

„Fakten, auf die wir reagieren müssen“

Am Dienstagmorgen hat Bürgermeister Theo Mettenborg seine Gütersloher Amtskollegin Maria Unger telefonisch über den Ratsbeschluss informiert. „Sie zeigte sich betroffen“, sagte Mettenborg. Er wies aber darauf hin, dass die Kreisstadt mit ihrem Vorpreschen beim Bau des „Porta“-Möbelhauses diesen Schritt unumgänglich gemacht habe. „Es wurden Fakten geschaffen, auf die wir jetzt zeitnah reagieren müssen.“

Gütersloh drückt aufs Gaspedal

Die Nachbarstadt drücke beim Thema „Porta“ gewaltig aufs Gaspedal, befand auch Gerhard Serges. Vor Ostern sei man von der Ankündigung des baldigen Baubeginns überrumpelt worden. „Wir hatten gedacht, dass erst der Bebauungsplan vom Gütersloher Rat verabschiedet wird, bevor die Arbeiten beginnen“, erklärte Serges. „Dann hätten wir im Rahmen einer Stellungnahme die Gelegenheit gehabt, unsere Bedenken zu äußern.“ Stattdessen habe Gütersloh mit Teilgenehmigungen für die vorbereitenden Erd- und Fundamentarbeiten frühzeitig Nägel mit Köpfen gemacht.

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