Wachstum nicht um jeden Preis
Interessante Ansätze stecken in dem Buch „Wohlstand ohne Wachstum“, das Autor Prof. Dr. Meinhard Miegel (sitzend) in der Reihe „CDU im Forum“ vorstellte. Doris Stracke von der Buchhandlung „Lesart“ aus Rheda, Geschäftsführerin der CDU im Stadtrat Monika Schick und Fraktionsvorsitzender Uwe Henkenjohann (stehend, v.l.) begrüßten ihn dazu im Luise-Hensel-Saal.

Der Wohlstand einer Volkswirtschaft, suggerieren Politik und Gesellschaft, hängt von ihrer Wertschöpfung ab. Doch wo liegen die Grenzen dieses Wachstums? Ist eine Rezession wirklich so verheerend? Führt ein gut gefülltes Bankkonto zu einer hohen Lebensqualität? Prof. Dr. Meinhard Miegel, Wirtschaftswissenschaftler und Publizist, las dazu im Rahmen der Reihe „CDU im Forum“ aus seiner neuesten Veröffentlichung „Exit – Wohlstand ohne Wachstum“.

Zahl armer Menschen steigt

Im voll besetzten Luise-Hensel-Saal des Stadthauses Wiedenbrück verfolgten am Dienstagabend etwa 100 Zuhörer gebannt seine Ausführungen. „Nie waren die industrialisierten Länder materiell besser gestellt als heute. Noch vor 50 Jahren erreichte unsere Wirtschaft gerade 20 Prozent der heutigen Produktivität“, hielt der in Wien geborene Autor vor. Solch ein beispielloser Aufschwung hat Folgen: „Im gleichen Maße, in dem die westlichen Gesellschaften Reichtum anhäufen, erhöht sich die Zahl derer, die in Armut leben.“

Autos definieren für viele die soziale Stellung

In Zeiten von Ressourcenknappheit und Klimawandel rückt Prof. Dr. Miegel den Aspekt der Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Einerseits meint er damit Umweltschutz und Rücksichtnahme auf Flora und Fauna. Andererseits weist er auf die Notwendigkeit des Umdenkens hin. Die Menschen müssten nicht globale Zusammenhänge erforschen, um den schädlichen Einfluss der Gier nach Profit zu erfahren. „Wachstum wird des Prinzips wegen verfolgt. Teure Autos, Fernseher oder modische Kleidung definieren unsere soziale Stellung. Familie, Freunde und individueller Freiraum kommen oft viel zu kurz“, lautet die Bestandsaufnahme des Experten. Zwar seien Wachstum und Entwicklung notwendig, doch sicherlich nicht um jeden Preis.

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