Wall und Adenauer-Platz verschönern
Bild: Sudbrock
Kein Aushängeschild mehr ist der Mühlenwall in Wiedenbrück nach Einschätzung von weiten Teilen der Politik und der Stadtverwaltung. Die von Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern gleichermaßen genutzte Strecke soll demnächst instandgesetzt werden.
Bild: Sudbrock

Dafür hat der Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss bei zwei Gegenstimmen aus Reihen der SPD grünes Licht gegeben. Beide Projekte stehen bereits seit mehreren Jahren auf der kommunalen Agenda. Die Maßnahmen sind Bestandteile des Integrierten Handlungskonzepts von 2011, das Leitlinien über die künftige Entwicklung von Rheda und Wiedenbrück bündelt.

Viel zu tun gibt es nach Einschätzung der Stadtverwaltung insbesondere auf dem Mühlenwall-Abschnitt zwischen der Rektoratsstraße und dem Wiedenbrücker Haupteingang zum Flora-Westfalica-Park am Konrad-Adenauer-Platz. Deswegen soll dieser Bereich der historischen Wallanlage zuerst in Angriff genommen werden. Im zweiten Schritt könnte dann die Modernisierung des Mühlenwalls zwischen Adenauer-Platz und Langer Straße folgen.

Pflanzinseln am Rand der Fahrbahn, nicht immer als solche zu erkennende Stellplatzbuchten und Pflastersteine, die vom Wurzelwerk der Bäume zum Teil mehrere Zentimeter angehoben wurden und deshalb insbesondere für Fußgänger gefährliche Stolperfallen darstellen: Der Mühlenwall präsentiert sich nicht gerade in einem aufgeräumten Zustand.

„Kein Aushängeschild mehr“

Die in die Jahre gekommene Wallanlage sei trotz ihrer Bedeutung als überregionale Radwegstrecke sowie als fußläufige Verbindung zum ehemaligen Landesgartenschau-Gelände und Erschließungsstraße für die angrenzenden Häuser kein Aushängeschild mehr, bilanzierte Inga Linzel vom Fachbereich Stadtplanung. Abhilfe schaffen könnte nach Einschätzung der Verwaltung eine umfassende Sanierung. Für die etwa 330 000 Euro teure Maßnahme wurden bereits Fördermittel beantragt. Ziel müsse es sein, den Mühlenwall entsprechend seiner vielfältigen Nutzungsstrukturen auszubauen, wobei der prägende Baumbestand zu erhalten sei, erklärte Inga Linzel. Natursteinähnliches Betonsteinpflaster, den sogenannten Linteler Brocken, schlägt die Bauabteilung des Rathauses als Oberflächenbelag vor. Das Material ist bereits bei vorangegangenen Sanierungen des Walls zum Einsatz gekommen, sodass sich für den historischen Rundlauf um Wiedenbrück zunehmend ein einheitliches Erscheinungsbild ergibt.

Beide Maßnahmen zusammen betrachten

Ein „homogenes Gefüge“ sollen Konrad-Adenauer-Platz und der angrenzende Mühlenwall in Zukunft bilden. So steht es nicht nur im Integrierten Handlungskonzept aus dem Jahr 2011, die Zielvorgabe deckt sich auch mit den Überlegungen der Stadtverwaltung. Beide Maßnahmen müssten zusammen betrachtet werden, erklärte Inga Linzel vom Fachbereich Stadtplanung. Schließlich gebe es im hinteren Teil des Platzes Überschneidungspunkte mit dem Wall. Eine einheitliche, aufeinander abgestimmte Gestaltung mache daher Sinn, sagte sie.

Anfang November hatte die Stadt eine Planungswerkstatt zum künftigen Erscheinungsbild des Konrad-Adenauer-Platzes veranstaltet. Bürger konnten dabei ihre Ideen einbringen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen sich nun Fachbüros mit der Thematik befassen. Im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung sollen verschiedene Planer Vorschläge zur Umgestaltung unterbreiten. 210 000 Euro stehen für die Maßnahme bereits im Haushalt. Gegenwind gegen die Mühlenwall- und die Platzsanierung regte sich in der Bauausschusssitzung nur bei der SPD. Es gebe wichtigere Maßnahmen, sagte Peter Berenbrinck. Beide Projekte sollten deshalb auf die lange Bank geschoben werden. Die jeweils sechsstelligen Bausummen könnten woanders sinnvoller eingesetzt werden.

„Visitenkarte“

Peter Heinz Woste (CDU) sah das anders. Die öffentliche Freifläche neben dem Eiscafé Toldo und der Mühlenwall seien dringend sanierungsbedürftig. „Deshalb ist Handeln angezeigt. Wir sollten solche Projekte Stück für Stück abarbeiten.“ Uwe Henkenjohann (CDU) wies darauf hin, dass Rheda-Wiedenbrück nicht nur in Schulen und Soziales investieren dürfe, sondern eben auch in weichere Standortfaktoren wie eine ansprechende Altstadt. Darüber hinaus stehe das Geld für die Platzsanierung bereits im Haushalt. Endlich Nägel mit Köpfen machen wollte auch Hans-Hermann Heller-Jordan. Für den Bündnisgrünen sind die Wälle und der Platz die „Visitenkarte“ der Altstadt. „Deshalb ist jeder Euro, den wir dort hinein stecken, eine Investition in die Zukunft.“

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