Warendorf als Vorbild für Rheda?
Bild: Miketta
In der guten Stube der Stadt Warendorf: (v. l.) Die „Ratsrentner“ Klaus Bartscher, Peter Kliche und Manfred Hegel begutachteten dort die neue Pflasterung, die als Vorbild für die Gestaltung des Doktorplatzes in Rheda dienen könnte.
Bild: Miketta

So wie in der Stadt des Pferdes und nicht anders soll es nach dem Willen einiger auch auf dem Doktorplatz aussehen. Dass dem neuen Marktpflaster in Warendorf nervenaufreibende Auseinandersetzungen und jahrelange, zähe Debatten vorangegangen sind, muss die Rheda-Wiedenbrücker Kommunalpolitiker und andere, die unlängst einen Kurztrip in die Stadt des Pferdes unternahmen, nicht interessieren. Schließlich ist der Weg zum neuen Bodenbelag auf dem Doktorplatz schon steinig genug. Das Ergebnis zählt.

Mit der Eurobahn gen Westen

Und das ist in Warendorf allen unangenehmen Begleiterscheinungen zum Trotz ausgesprochen positiv. Das zumindest sagen die drei Ratsrentner Manfred Hegel, Klaus Bartscher und Peter Kliche, die sich intensiv mit der Umgestaltung des Doktorplatzes beschäftigen und sich jüngst mit der Eurobahn auf die Reise gen Westen gemacht haben.

In Warendorf angekommen, beließen sie es nicht allein bei der Inaugenscheinnahme des Marktplatzes. Sie suchten das Gespräch mit dort ansässigen Gastronomen ebenso wie mit Bürgern und Stadtverwaltung. „Da wächst kein Unkraut durch und sitzt auch keine Zigarettenkippe drin fest“, ist Klaus Bartscher begeistert von der Ausführung in der Stadt des Pferdes.

„Sonderausstattung“ ist nicht von Pappe 

Dort hat man das historische Pflaster, das dem auf dem Doktorplatz sehr ähnelt, entfernt und durch eine hellere Variante ersetzt. Anschließend sind die Fugen verschlossen worden, so dass die gute Stube insgesamt eine ebene Fläche bildet, die optisch ansprechend und zugleich gut zu reinigen ist. Gelungen ist in Bartschers Augen auch die „Sonderausstattung“: Für Großveranstaltungen sind an mehreren Stellen auf dem von verschiedenen Gastronomen genutzten Markt Versorgungsanschlüsse versenkt worden, außerdem Bodenhülsen für Sonnenschirme. „So wünschen wir uns das auch für den Doktorplatz“, sagt Bartscher.

Tiefbauarbeiten ab Oktober

Geplant ist, bis Ende Oktober mit den Tiefbauarbeiten zu beginnen und den Doktorplatz Anfang Mai 2020 fertigzustellen. Bei der Einschätzung berücksichtigt worden ist eine etwaige sechswöchige Unterbrechung der Maßnahme wegen strengen Winterwetters. „Die Interessen der Gastronomen sollen gewahrt werden und das Weinfest soll selbstverständlich im nächsten Jahr auch wieder auf dem erneuerten Doktorplatz stattfinden“, heißt es in einer Vorlage zur nächsten Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses. Das Gremium wird am Donnerstag, 19. September, ab 17 Uhr erneut über das Vorhaben beraten.

Die gewachsene Schönheit wahren

Der Stadtverwaltung zufolge sind zuletzt Detailfragen geklärt worden. Außer Aspekten der Zweckmäßigkeit habe besonders das ästhetische Erscheinungsbild der Materialien im Fokus gestanden. Dazu hatten auch Ratsmitglieder einen Ausflug nach Warendorf und Telgte unternommen. „Die Straßen und Plätze der Altstädte entwickeln sich im Lauf der Zeit und passen sich den Aufgaben sowie Wünschen der verschiedenen Generationen an. Daraus entsteht eine gewachsene Schönheit, die gewahrt werden soll“, heißt es in der Vorlage zur nächsten Sitzung des Bauausschusses.

Mehrwöchige Verzögerung

Als Ergebnis der Detailbetrachtung empfiehlt das von der Stadt beauftragte Planungsbüro BSL (das bekanntlich eine mehrwöchige Verzögerung zu verantworten hat), das vorhandene Natursteingroßpflaster im Mittelquadrat an der Kopfseite geschnitten und geflammt zu verlegen. Dadurch möchte man eine behindertengerechte Befahr- und Begehbarkeit erreichen. Die Randeinfassung soll mit dem Blaubasalt auf einem Betonfundament angelegt werden. „Die weiteren Platzflächen werden mit Natursteinen ebenfalls mit ebener Oberfläche sowie mit einer stimmigen Farbgebung hergestellt“, schlagen die Verantwortlichen vor. Bei der Verlegung werden dann verschiedene Formate beziehungsweise Größen verwendet, ehe man die Fugen versiegelt.

SOCIAL BOOKMARKS