Wenneberschule Rheda bleibt geöffnet
Bild: Sudbrock
Siegeszeichen: Hartmut Henke (vorne, l.) und Christian Schmelz (r.) von der Initiative „Pro Wenneber“ freuen sich am Sonntagabend im Rathaus Rheda gemeinsam mit Schulleiterin Erika Langer über ihren Erfolg.
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Damit der Bürgerentscheid bindend ist, wären 7879 Ja-Stimmen erforderlich gewesen. Das hätte 20 Prozent der 39.397 Wahlberechtigten entsprochen. Am Ende stimmen sogar 13.711 Bürger für den Erhalt der Rhedaer Grundschule. Der Erfolg der Initiative „Pro Wenneber“ zeichnete sich schon früh ab. Bereits nach 28 von 44 Schnellmeldungen aus den Wahlkreisen war die magische Hürde von knapp 8000 Ja-Stimmen um 20.07 Uhr erreicht. Rückenwind erhielten die Initiatoren des Bürgerentscheids nicht nur aus Rheda, sondern auch aus den anderen vier Stadtteilen. Überall war die Unterstützung für die „Wennebären“ groß.

Initiative spricht von „deutlichem Bekenntnis“

Bei der Bürgerinitiative zum Erhalt der Bildungseinrichtung kannte der Jubel keine Grenzen, als am späten Sonntagabend das Endergebnis feststand. Mit einem Sieg habe er zwar gerechnet, „aber nicht mit einem derart deutlichen Bekenntnis zu unserer Schule“, sagte Hartmut Henke. Ähnlich äußerte sich sein Mitstreiter Christian Schmelz. „Als ich heute Morgen vor den Wahllokalen unsere Werbebanner aufgestellt habe, habe ich ausnahmslos positive Kommentare bekommen. Das war ein gutes Omen.“ Der Einsatz aller Beteiligten habe sich ausbezahlt.

Beigeordneter bleibt bei fachlicher Überzeugung

„Wir als Stadtverwaltung haben den Stein seinerzeit ins Rollen gebracht, die Politik hat das Thema für sich bewertet und die Bürger haben letztlich entschieden“, fasste der Erste Beigeordnete und städtische Bildungsdezernent Dr. Georg Robra die Entwicklung der vergangenen Monate zusammen. Zu seiner fachlichen Einschätzung, dass das Gebäude der ehemaligen Ernst-Barlach-Realschule besser geeignet sei als das der Wenneberschule, stehe er zwar nach wie vor, „doch nach dem eindeutigen Votum der Bürger ist der Arbeitsauftrag für uns nun ein anderer“.

Schulleiterin schwebt auf Wolke sieben

„Ich fühle mich wie auf Wolke sieben“, bekannte am Sonntagabend die Leiterin des Grundschulverbunds Andreas-Wenneber, Erika Langer. Es sei das gemeinsame Verdienst aller Unterstützer, dass der Teilstandort an der Berliner Straße nicht geschlossen werde. Der stadtweite überwältigende Zuspruch sei auch eine Bestätigung für die geleistete pädagogische Arbeit.

CDU: „Von Ergebnis überrascht“

„Das hohe Ergebnis hat mich schon überrascht“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Henkenjohann. Schulthemen seien immer auch emotional beladen. „Klar ist: Die Initiative der Wenneberschule hat gewonnen und dazu gratuliere ich ihr.“

Grüne: „Finden das schade“

Die mehrheitlich im Rat vertretene Position sei zur Bürgerschaft nicht durchgedrungen, kommentierte Grünen-Fraktionschef Volker Brüggenjürgen das Ergebnis. „Ich finde das schade“, sagte er. Zugleich unterstrich er, dass die Frage „höchst demokratisch“ beantwortet worden sei und Rat sowie Verwaltung die Entscheidung umzusetzen hätten.

Heller-Jordan: „Eltern und Kindern Rücken gestärkt“

„Zum wiederholten Mal wurde von der Politik das Totenglöckchen für Wenneber geläutet, aber Wenneber lebt“, freute sich Hans-Hermann Heller-Jordan (Grüne). Er hatte sich als Einziger seiner Fraktion gegen die Schließung ausgesprochen. Das eindeutige Votum stärke den betroffenen Eltern und Kindern den Rücken.

SPD: „Stadt steht hinter der Schule“

„Die ganze Stadt steht hinter der Wenneberschule“, kommentierte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Brigitte Frisch-Linnhoff, den Ausgang des Bürgerentscheids. „Seit heute Abend steht unumstößlich fest, dass die Wenneberschule auf Dauer gebraucht wird.“

UWG: „Debatte zu emotionsgeladen“

„Für meinen Geschmack war die ganze Debatte zu emotionsgeladen“, betonte Dirk Kamin (UWG). Trotzdem gelte es, den Wählerwillen zu akzeptieren. „So funktioniert eben Demokratie.“

Mettenborg: „Verpflichtet, die Schule offen zu halten“

Das Ergebnis verpflichte die Stadt, die Schule offen zu halten, sagte Bürgermeister Theo Mettenborg. Der Initiative, die für den Erhalt gekämpft habe, könne man zu ihrem Erfolg nur gratulieren.

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