Westag & Getalit steht vor Übernahme
Bild: Inderlied
Blick nach vorn: Mit dem Verkauf der Stammaktien der Gethalia Foundation an die niederländische Broadview Industries AG wollen (v. l.) Wilhelm Beckers (Vorstandsvorsitzender), Pedro Holzinger (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender) und Finanzvorstand Christopher Stenzel die Westag & Getalit AG für die Zukunft wappnen.
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Die übrigen Aktionäre erhalten zudem ein Übernahmeangebot. Der Kaufpreis beträgt 31 Euro je Stamm- und Vorzugsaktie, gab das Unternehmen im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt. Der Vorstand beabsichtigt, die ursprünglich für den 26. Juni einberufene ordentliche Hauptversammlung auf den 31. August zu verschieben.

Hoffnung auf Umsatzwachstum

Die Einigung kam in den frühen Morgenstunden. „Die Unterschriften sind getrocknet“, betonte Wilhelm Beckers, Vorstandsvorsitzender der Westag & Getalit AG, dass die Vereinbarung stehe. Einzig die Kartellbehörden könnten die in den vergangenen Monaten streng vertraulich geführten Verhandlungen noch zum Scheitern bringen. Der Rheda-Wiedenbrücker Bauzulieferer erhofft sich von der Partnerschaft mit den zur Broadview Holding gehörenden Unternehmen Trespa International und Arpa Industriale ein zusätzliches Umsatzwachstum. „Für uns ist Broadview ein guter Partner, weil wir uns in vielen Dingen ergänzen“, unterstrich Beckers.

Auch Pedro Holzinger, Vertreter der Firmenstiftung und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, hob die Vorteile der Partnerschaft hervor: „Es kommen neue Produkte und neue Märkte, in denen wir bislang noch nicht aktiv sind.“ Zudem solle durch den Austausch von Fachwissen die Produktivität gesteigert und die Effektivität erhöht werden.

Keine Jobgarantie für die 1300 Mitarbeiter

Die Mitarbeiter erfuhren während einer Betriebsversammlung von der Übernahme. „Ich hatte das Gefühl, dass sie überrascht waren“, berichtete Holzinger. Man müsse ihnen jetzt die Gründe für den Verkauf erklären. Eine Arbeitsplatzgarantie für die mehr als 1300 Angestellten konnte der 78-Jährige aber nicht geben. „Das ist auch unüblich“, erklärte Holzinger.

Noch konnten sich die Vertreter der Holding aus Diskretionsgründen nur einen rudimentären Überblick an den Firmenstandorten in Rheda-Wiedenbrück und Wadersloh verschaffen. In den kommenden Wochen werde es aber Gespräche mit den Mitarbeitern geben, kündigte Beckers an.

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