Wohnwagen an Wohnwagen auf dem Werl
Bild: Dresmann
Kein Durchkommen: Der Werl in Rheda steht voll mit Wohnwagen und Autos. Sie gehören einer Gruppe Irischer Landfahrer, die zuvor in Minden Station gemacht hat. Am Freitag wollten die gläubigen Katholiken in der Emsstadt Mariä Himmelfahrt feiern.
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Im Verlauf des Donnerstags seien die Fahrzeuge nach und nach eingetroffen, teilte Rathaussprecher Martin Pollklas auf „Glocke“-Nachfrage mit. Am morgigen Sonntag wollen die Irischen Landfahrer weiterziehen. Das kommunale Ordnungsamt hat der Gruppe, die zuvor in Minden Station gemacht hatte, die Erlaubnis zur befristeten Nutzung des Großparkplatzes erteilt. „Für die von der Verwaltung zusätzlich aufgestellten Mülltonnen müssen die Landfahrer ebenso wie für die Nutzung des Geländes einen Obolus zahlen“, informierte Pollklas. Zudem dürften die Mitglieder der Reisegruppe gegen eine Gebühr von einem Euro pro Person und Tag die Duschen und sanitären Anlagen des benachbarten Freibads nutzen. Grund für den Zwischenstopp des fahrenden Volks, das seine Wurzeln in Irland hat, ist offenbar eine Hochzeit in der Region, an der die Gruppe teilnehmen will. Darüber hinaus hätten die streng gläubigen Katholiken vor, am Freitag das Hochfest Mariä Himmelfahrt in der alten Fürstenstadt an der Ems zu begehen. „Am Nachmittag und frühen Abend wollen sie die Gottesdienste in den Rhedaer Kirchen besuchen“, berichtete Martin Pollklas. Am Abend zuvor habe die Gruppe ausgiebig in das Himmelfahrtsfest hineingefeiert – zwar mit reichlich Alkohol, aber durchweg friedlich. Zwischenfälle, die mit den Irischen Landfahrern in Verbindung stehen, waren der Stadtverwaltung bis Freitagnachmittag ebenso wenig gemeldet worden wie der Polizei. Nur in einem nahen Bekleidungsgeschäft, in dem einige der Landfahrer aus Sicht des Ladenpersonals zu intensiv Modestücke anprobiert haben, soll es nach Auskunft Pollklas’ zu kleineren Unstimmigkeiten gekommen sein. Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg teilte mit, dass es für Kontrollen der Landfahrer durch die Ordnungshüter zurzeit keinen Anlass gebe. Die Stadtverwaltung habe die Nutzung des Werls bis Sonntag genehmigt.

„Für befristete Nutzung durch Camper freigegeben“

Grundsätzlich sei der Werl in Rheda für die befristete Nutzung durch Campingwagen und Wohnmobile freigegeben, hieß es am Freitag aus dem Rathaus. Gleichwohl sei der Stadtverwaltung aber auch daran gelegen, dass die Freifläche an der Gütersloher Straße auch zum Abstellen von Autos oder Gespannen wie Lastwagen zur Verfügung steht. Dass der Sommer zurzeit eine kurze Pause einlegt, spielt Stadt und Irischen Landfahrern gleichermaßen in die Karten: Aufgrund der vergleichsweise kühlen Witterung halten sich die Besucherzahlen des angrenzenden Rhedaer Freibads in Grenzen, so dass es zu keinen größeren Stellplatzproblemen kommt. „Das würde bei 35 Grad Hitze und Dauersonne möglicherweise anders aussehen“, sagte Stadtsprecher Martin Pollklas. Momentan reiche der kleine Parkplatz zwischen Reinkenwiese und Werl unweit des Sportgeländes für die wenigen Freibadgäste, die mit dem Auto kommen, aber vollkommen aus. In Minden, wo die Gruppe zuvor Station gemacht hatte, gab es deutliche mehr Probleme als bislang in Rheda. Dort waren jedoch auch mehr als 80 Gespanne und Fahrzeuge vor Ort. Die Behörden berichteten von Fällen von Sachbeschädigungen, Diebstählen und Zechprellerei in der Mindener Innenstadt. Zudem war ein Mitglied der Gruppe wegen Fahrens unter Drogeneinfluss aus dem Verkehr gezogen worden. Die Irischen Landfahrer hatten den Platz, auf dem sie ihre Wohnwagen aufgestellt hatten, erst nach Androhung eines Zwangsgelds verlassen. Dazu sah sich die Stadt nach dem Ablauf der dreitägigen Duldungsfrist gezwungen.

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