Zu große Bäume in der Altstadt
Bild: Wassum
Grünes verdeckt den Blick auf historische Gebäude in der Wiedenbrücker Altstadt.
Bild: Wassum

 Aber immer öfter versperrten Äste, Zweige und Blätter den ungehinderten Blick auf die Vorzeigeobjekte. „Grün in den Städten“, sagt Beilmann, der auch als Stadtführer den Touristen die Altstadt zeigt und Erläuterungen gibt, das sei schon okay. Aber dort, wo hinter immer ausladener werdenden Baumkronen kultur-historische Bauwerke versteckt würden, müsse etwas geschehen.

„Dezenter, niedriger“ wünscht er sich die Flora vor allem in der Langen Straße. Um die Denkmäler, die auch die beste Werbung für den Einzelhandel seien, aus ihrem grünen Versteck zu befreien, hält er es auch für notwendig, einmal einen Baum an den Grund zu kriegen – „in ausgesuchten Fällen“, wie Beilmann sagt.

Vor dem Haus Lange Straße 14, das zurzeit mit erheblichem finanziellen Aufwand restauriert werde, und vor dem noch bis Februar/März eine Rosskastanie stand, bringt nach Beilmanns Meinung eine Neuanpflanzung keinen Gewinn. Schon gar nicht das Aufstellen eines sieben bis neun Meter großen Amberbaums, wie vom Bau-, Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss genehmigt. Ein „nordamerikanischer Baum“ in die Altstadt zu setzen, hält er für völlig daneben.

Ohne Kastanie, ohne Amber- oder sonst einen Baum bleibe der Blick auf das künftige Schmuckstück von der Schanze aus unverdeckt. Das sei künftig ein tolles Entree, das jeden Touristen und auch viele Bürger begeistern werde, ist sich Christoph Beilmann sicher – allerdings ohne die „jetzige schäbige Reklame“, schiebt er nach. Um die hinterliegenden neueren Häuser vor neugierigen Blicken zu schützen, genüge es, am Ackerbürgerhaus mit der Nr. 14 eine „kleine bescheidene Hecke“ zu pflanzen.

Eine Sitzgelegenheit, wie sie in Form einer Rundbank schon an der Kastanie bestanden hat, will der Ortsheimastpfleger erhalten wissen. Am liebsten mit einem Brunnen in der Mitte. Aber Beilmann weiß, dass die Kosten dafür recht hoch sind. Auch einen „Alltagsmenschen“ an dieser Stelle kann er sich gut vorstellen. Für seine Kritik am „großen Grün“ in der Altstadt hat Beilmann nach eigener Aussage schon Verständnis gefunden bei so machem Bürger. Auch die Autoren des „Masterplans 2020+“ schrieben in ihrer Expertise von „dichtem Bewuchs“, der Blicke auf historische Gebäude versperre.

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