Zu viel Lärm: Stadt sperrt Spielfeld
Foto: Sudbrock
Zeitweise gesperrt: Abends und an Wochenenden darf das Spielfeld auf dem Gelände der Gesamtschule in Rheda nicht mehr genutzt werden. Der Grund sind Anwohnerbeschwerden über Lärm.
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Die Untersuchung zur Schallentwicklung hat die Stadtverwaltung in Auftrag gegeben. Vorausgegangen waren Anwohnerbeschwerden aus der Siedlung, die dem Spielfeld am nächsten liegt.

Beschwerden aus der Nachbarschaft

Die Sportanlage befindet sich auf dem Außengelände des Rhedaer Standorts der Moritz-Fontaine-Gesamtschule. Sie wird nicht nur während der Unterrichtszeiten, sondern auch darüber hinaus rege genutzt. Die Beschwerden aus der Anwohnerschaft häuften sich nach Auskunft von Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU), als kürzlich Basketballkörbe auf dem Spielfeld angebracht wurden.

„Jedes Mal, wenn ein Ball im Korb landet, entsteht ein lautes, schepperndes Geräusch“, erklärt der Rathauschef. Das hänge mit der Konstruktion der Körbe zusammen. Inzwischen habe die Verwaltung diesbezüglich nachjustiert. Gelöst ist das Lärmproblem damit aber noch nicht: Denn auch bei der Benutzung des Spielfelds selbst entstehen Ballgeräusche, die den Anwohnern zum Teil sauer aufstoßen. Mettenborg führt dies unter anderem auf den tartanbahnähnlichen Belag des Spielfelds zurück, der das entstehen von Prellgeräuschen begünstige.

Mettenborg: „Das darf auf Dauer nicht so bleiben“

Dass der Lärmpegel während der Nutzung der Sportanlage in der angrenzenden Karl-Wagenfeld-Siedlung nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv hoch ist, davon hat sich Bürgermeister Theo Mettenborg mit eigenen Ohren überzeugt. Bei einem Vor-Ort-Termin habe er festgestellt, dass die Ballgeräusche im Bereich der benachbarten Wohnstraße tatsächlich sehr laut seien. „Ich war erschrocken über diese Schallübertragung und habe sofort gesagt: Da müssen wir als Stadt etwas machen, das darf auf Dauer keinesfalls so bleiben.“

Als Zwischenlösung habe man die Nutzungszeiten für das Spielfeld eingeschränkt. Abends sowie an Wochenenden habe man die sportliche Betätigung auf der Anlage vorübergehend untersagt. „Leider“, bedauert Mettenborg mit Blick auf die jungen Leute, die sich nach Schulschluss gerne dort getroffen haben.

Gutes Miteinander als Ziel

Allerdings habe man auch die Interessen der Anwohner zu berücksichtigen. Deren Kritik bezeichnet das Stadtoberhaupt als „berechtigt“. Der Kommune sei an einem guten Miteinander gelegen. Deshalb wolle man zwischen beiden Seiten vermitteln und im konstruktiven Miteinander nach einer für Jugendliche wie Anwohner akzeptablen Lösung suchen.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hatte die rege Nutzung des Spielfelds durch junge Leute an lauen Sommerwochenenden. 60 bis 70 Jugendliche sollen einmal dort vor Ort gewesen sein, einige hätten auch gezeltet. „Das hat zu Nachfragen von Anwohnern aus der Nachbarschaft geführt“, berichtet Bürgermeister Theo Mettenborg.

Gutachten enthält Handlungsempfehlungen

Noch unklar ist gegenwärtig, wie genau eine Lösung des Lärmproblems aussehen könnte. Dazu Rathaussprecherin Lena Henkenjohann auf Nachfrage: „Für die weiteren städtischen Maßnahmen in Bezug auf das Spielfeld der Gesamtschule wurden zunächst der genaue Sachverhalt, die rechtliche Einschätzung und ein Lärmschutzgutachten eingeholt. Die zuständige Fachabteilung hat das Lärmschutzgutachten beauftragt, dieses liegt mittlerweile vor.“ Das Papier beinhalte auch Verbesserungsvorschläge. Diese Ideen sollen jetzt mit allen Beteiligten erörtert werden. Ziel sei es, eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden, erläutert Lena Henkenjohann. 

Dass die Problematik offen angesprochen wurde und die Anrainer die Stadtverwaltung eingeschaltet haben, begrüßt Erster Beigeordneter Dr. Georg Robra. „Wir wollen keine Sprachlosigkeit, aus der am Ende eine Konfliktsituation entstehen könnte“, bekräftigt Robra. Deshalb sei es richtig, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

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