Zukunft der Wenneberschule gesichert
Bild: Sudbrock
Haben allen Grund zur Freude: Die „Wennebären“ (v. l.) Greta (9), Wolke (7), Bilal (6), Pia (9), Aimen (9) und Sami (9) können auch künftig die Rhedaer Innenstadt-Grundschule besuchen. Der Ratsbeschluss zur Schließung wurde am Sonntag durch den Bürgerentscheid gekippt.
Bild: Sudbrock

„Ich würde es jederzeit wieder tun“, bekennt Christian Schmelz. Abgesehen von der Rettung der von der Schließung bedrohten Rhedaer Wenneberschule habe der Bürgerentscheid, bei dem es mit 82,2 Prozent eine deutliche Mehrheit für den Erhalt der Bildungseinrichtung gab, vor allem eines gezeigt: „Es lohnt sich immer zu kämpfen, wenn man mit einem Ratsbeschluss nicht einverstanden ist“, betont Schmelz. Das basisdemokratische Element des Bürgerentscheids sei dafür ein geeignetes Mittel. „Wir wollten uns mit der Entscheidung nicht zufrieden geben und haben deshalb das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen.“

Am Ende zählt nur das Ergebnis

Nicht verhehlen will Schmelz, dass die zurückliegenden Wochen und Monate nicht spurlos an ihm und seinen Mitstreitern vorübergegangen sind. „Es war ein hartes Stück Arbeit, das uns allen viel abverlangt hat.“ Am Ende zähle aber nur das Ergebnis. „Und das spricht für sich“, sagt Schmelz. „Wir haben mit der Unterstützung von 13 711 Bürgern am Sonntag immerhin einen Ratsbeschluss aus den Angeln gehoben.“ Das habe es in der Geschichte Rheda-Wiedenbrücks bislang nicht gegeben. Schmelz: „Ich kann nur jeden ermutigen, der ein ähnliches Anliegen hat wie wir, unserem Beispiel zu folgen.“

Selbst die Stadtverwaltung gibt Hilfestellung

Rückblickend betrachtet ist der 38-Jährige mit der Unterstützung durch die Stadtverwaltung während der Vorbereitung des Bürgerentscheids zufrieden. Oftmals habe die Initiative „Pro Wenneber“ in wichtigen Detailfragen Hilfestellung aus dem Rathaus erhalten. „Sportlich fand ich es auch, dass die Wahlhelfer am Sonntag alle Bürger expliziert darauf hingewiesen haben, dass sie auch für oder gegen die Wenneberschule ihr Kreuzchen machen können.“

Haben Rat und Verwaltung die Initiative unterschätzt?

Geärgert hat den Rhedaer hingegen, dass die Stadt versucht habe, „uns bei unserem Text für den ,Beipackzettel‘ zu den Wahlbenachrichtigungen hereinzureden“. Er glaubt, dass Rat und Verwaltung die Initiative anfangs unterschätzt hätten: „Wir hatten mehrere juristische und politische Berater von auswärts. Deshalb waren wir auf alles bestens vorbereitet.“

Stadtrat nimmt Auslösungsbeschluss zurück

Auch wenn der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend seinen Beschluss zur auslaufenden Auflösung der Wenneberschule vom 27. März zurückgenommen hat, ist für Christian Schmelz, Hartmut Henke, Ingvilt Splietker und die übrigen Mitstreiter das Engagement noch nicht beendet. „Jetzt geht es darum, weiterhin für die Wenneberschule die Werbetrommel zu rühren“, sagt Schmelz. Volle Klassen und eine durchgängige Anderthalbzügigkeit seien das Ziel für den Innenstadt-Teilstandort des Grundschulverbunds Andreas-Wenneber.

 

Wenneberschule bewegt viele Menschen in der Emsstadt

Die hohe Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid habe gezeigt, dass das Thema Wenneberschule emotional besetzt sei, kommentierte der Erste Beigeordnete und Bildungsdezernent im Rhedaer Rathaus, Dr. Georg Robra, das Ergebnis. Offenbar hätten zahlreiche Menschen in der Stadt vielschichtige Beziehungen zur Wenneberschule.

Nach dem klaren Votum für den Erhalt gebe es jetzt andersherum auch Planungssicherheit bezüglich der Folgenutzung der ehemaligen Ernst-Barlach-Realschule, betonte Dr. Robra. Nichts geändert habe sich nach dem Bürgerentscheid indes am Anspruch der Verwaltung, sämtliche Schulen im Stadtgebiet räumlich möglichst optimal auszustatten.

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