Zum Auftakt fliegen Herzen in die Menge
Bild: Dresmann
Beliebte Tradition: Zur Eröffnung der Herbstkirmes in Wiedenbrücks guter Stube teilte Schaustellersprecher André Schneider Herzen mit Losnummern an die sich ihm entgegen streckenden Kinderhände aus.
Bild: Dresmann

Am Freitag wurde das Spektakel in Wiedenbrück eröffnet. Nahezu das Vierfache des eigenen Körpergewichts lastet auf den bis zu acht Fahrgästen, die in den zwei Gondeln von „Jekyll and Hyde“ Platz finden. Sie sind jeweils am Ende eines langen Arms angebracht, der sich um die eigene Achse dreht.

Richtig gut kommt das in Metern gemessen höchste Fahrgeschäft am Wochenende an. Die Schlange vor den Kassenhäuschen ist aber nicht nur hier lang. Ganz neu in Wiedenbrück dabei ist das „Amazons“. Was optisch auch eine klassische Geisterbahn sein könnte, entpuppt sich als Irrgarten über drei Etagen. Das 2010 in Betrieb genommene Fahrgeschäft einer Münchener Schaustellerfamilie überrascht mit allerlei lebenden Reptilien aus dem Einzugsgebiet des Amazonas.

Als die Schausteller aus Bayern in Wiedenbrück eintrafen, standen Marktmeister und Vize-Ordnungsamtsleiter Hans-Bernd Hensen und Kollege Dirk Wiesbrock vor einem unerwarteten Problem. „Für den Betrieb der Terrarien wird natürlich Strom benötigt, aber zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht auf den Büschers Platz“, sagt Hensen. So musste provisorisch die Stromversorgung herhalten, die eigentlich für die Beschicker des Wochenmarkts vorgesehen war.

In diesem Jahr wieder mit dabei ist auch das 38 Meter hohe Riesenrad. „Es eignet sich hervorragend für unsere Bedürfnisse“, sagt Hensen und verweist auf die geringe Grundfläche des Karussells. Im Gegensatz zu älteren Riesenrädern benötige es nur eine Aufstellfläche in der Größe von drei LKW-Aufliegern – ideal also für die Fläche vor dem Stadthaus.

Sonnenschein beschert zahlreiche Besucher

Gar nicht so ideal sieht es dagegen in der Regel aus, wenn am Dienstag vor dem langen Kirmeswochenende der Aufbau beginnt, „dann sieht man, ob alles, was man sich in der Theorie überlegt hat, auch wirklich klappt“, erklärt der Markmeister. Häufig brauche der eine Schausteller dann doch noch einen Meter mehr als in seiner Ausschreibung angegeben. „Aber nach den ersten zwei bis drei Stunden hat sich dann meistens das Feld gelichtet und alle Fahrgeschäfte stehen an den für sie vorgesehenen Plätzen.“

„Strahlender Sonnenschein bei einer Herbstkirmes – das machen wir in Rheda-Wiedenbrück so“, gab sich Vize-Bürgermeister Norbert Flaskamp bei der Eröffnung der Wiedenbrücker Herbstkirmes am Freitagnachmittag selbstsicher. Unzählige Jahrmarktbesucher quittierten diese Aussage mit lautstarkem Jubel. Und auch an den folgenden Rummeltagen strahlte die Sonne immer wieder auf Markt-, Kirch- und Büschers Platz und ließ die Gassen, Plätze und vor allem die Parkplätze rund um die Altstadt voll werden.

Schon bei der Eröffnung selbst war der Kirchplatz bereits prall gefüllt. Zahlreiche Hände streckten sich gen Himmel, als die traditionellen 150 Schoko-Herzen verteilt wurden. Schaustellersprecher André Schneider bedankte sich im Namen seiner Herbstkirmes-Kollegen für die Gastfreundlichkeit und das Verständnis von Bürgern und Behörden. „Das ist nicht überall so und schon lange nicht selbstverständlich“, sagte der 42-jährige Betreiber des Autoscooters „Formel 1“ auf Büschers Platz. Passende Rhythmen und Melodien hatte das „Modern Wind Orchestra“ aus Westkirchen dabei.

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