Zwergschule droht die Schließung
Bild: Grujic
Der Bonifatiusschule am Rand der Batenhorster Brillsiedlung droht das Aus.
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An der Schulschließung führt nach Auskunft von Rathaussprecher Martin Pollklas kein Weg vorbei. Bereits 2013 habe die Lernanstalt an der Bokeler Straße im Grenzbereich zu Wiedenbrück keine erste Klasse bilden können, weil nicht genügend Anmeldungen vorlagen. Das gleiche Schicksal droht der Bonifatiusschule in diesem Jahr. „Für die Eingangsklasse haben sich erst neun Kinder angemeldet“, erläutert Martin Pollklas. Das sind genau sechs Jungen und Mädchen zu wenig, um die vorgeschriebene Mindestgröße von 15 Kindern zu erreichen.

Rein rechnerisch müsste der Rheda-Wiedenbrücker Stadtteil die Hürde eigentlich schaffen, denn sogar 16 Kindergartenkinder aus Batenhorst erreichen nach den Sommerferien das Grundschulalter. „Doch ein Großteil der Eltern hat sich offenbar für andere Bildungseinrichtungen in der Umgebung und gegen die kleine Dorfschule entschieden“, sagt Pollklas.

Weil zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit keine erste Klasse zustandekommt, verfügt die Bonifatiusschule zum Beginn des Unterrichtsjahrs 2015/16 nur noch über zwei Klassen: einen zweiten und einen dritten Jahrgang. Damit werde ab August auch die von der Bezirksregierung festgelegte Mindestgröße für Grundschulen, die bei 46 Kindern liegt, eindeutig unterschritten, erklärt Martin Pollklas. „Die beiden Klassen kommen zusammen nur auf 38 Jungen und Mädchen.“

Das Aus der Bonifatiusschule scheint unausweichlich. In der nächsten Sitzung des kommunalen Schulausschusses am 17. Februar soll der formelle Schließungsbeschluss gefasst werden. Geklärt werden muss bis dahin noch, wie es mit den beiden letzten Klassen der Batenhorster Grundschule weitergeht: Werden sie bis zum Ende des vierten Schuljahrs in dem Gebäude an der Bokeler Straße unterrichtet oder müssen sie zur Wiedenbrücker Piusschule wechseln?

Mit der Piusschule bildet die Bonifatiusschule seit einigen Jahren einen Schulverbund. Der formelle Zusammenschluss beider Einrichtungen war der Versuch der Stadt, den Standort Batenhorst dauerhaft zu erhalten. Dieser Plan muss jetzt wohl als gescheitert angesehen werden.

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