2000 Mastholter danken für reiche Ernte
Bild: Sudbrock
Die Milch macht’s: Sie rückten ihrer Kuh mit Melkstuhl und gusseiserner Kanne zu leibe. Muh!
Bild: Sudbrock

Und wer nicht mitmarschierte beim 15. Erntedankumzug in Rietbergs südlichstem Stadtteil, der stand wie mehrere tausend andere Schaulustige am Straßenrand, um das geschäftige Treiben aus nächster Nähe zu beobachten. Denn das Großereignis, das jeweils im Abstand von fünf Jahren unter Federführung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Mastholte über die Bühne geht, wollte sich schließlich niemand entgehen lassen.

Jeder erntet das, was er sät. Der Begriff „Ernte“ umfasste am Sonntag demnach nicht nur die gesunden Feldfrüchte, die das Füllhorn der Natur in diesen Tagen – dem nicht zu heißen oder zu trockenen Sommer sei Dank – so reichhaltig ausschüttet. Dass man im wahrsten Wortsinn auch vieles andere ernten kann, das bewiesen gleich mehrere der teilnehmenden Gruppen. „Mit der Liebe ist es wie mit den Pflanzen: Wer Liebe ernten will, muss Liebe säen“, lautete beispielsweise das Motto der KFD St. Jakobus.

Wie in Mastholte und Umgebung in alter Zeit Milch produziert wurde, veranschaulichten die Aktiven des Heimatvereins. Sie zeigten, wie das kalziumhaltige Getränk um die vorletzte Jahrhundertwende herum gemolken, in gusseiserne Kannen abgefüllt und mit Fahrrädern oder per Pferdekraft betriebenen Milchwagen transportiert wurde.

Tipps für angehende Hobbylandwirte unter den Zuschauern hatten die Mastholter reichlich auf Lager. Zwei Kostenproben gefällig? „Hat die Kuh stets frisches Futter, gibt es am Ende gute Butter.“ Oder: „Wenn der Bauer macht viel Mist, die Ernte umso besser ist.“

Zwischendurch wurde es ernst: Zugmoderator Georg Lübbert vom Landwirtschaftlichen Ortsverein erinnerte daran, dass Deutschland angesichts des Flüchtlingsstroms vor einer großen Herausforderung stehe, die es im generationenübergreifenden Schulterschluss zu meistern gelte

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