900 Gäste rocken die Cultura Rietberg
Bild: Vredenburg
Urgewalt: „Idolized“-Frontmann Roger Kane sieht Billy Idol nicht nur zum Verwechseln ähnlich, er reicht auch stimmlich sehr nah an die Ikone des 80er-Punk-Pop heran.
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Das kontrastreiche Programm knüpfte nahtlos an den Riesenerfolg der Premiere vor einem Jahr an. Auch diesmal rockten rund 900 begeisterte Fans fast sechs Stunden lang alle Ränge des aufgeheizten Rundtheaters. Bevor es aber richtig losging und die Band „Indolized“ ihre energiegeladene Show startete, war es Frontmann Roger Kane vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse in Paris ein Anliegen, kurz innezuhalten, um der Opfer zu gedenken.

Mit rotzig-frechen Krachern wie „Don’t need a Gun“, „Scream“, „Eyes without a Face“, Save me now“, „Sweet 16“ und natürlich „Rebel Yell“ heizten Saitenhexer Kevin Krämer, Bassist Jürgen Steinmetz, Drummer Rob Söhngen und Keyboarder Mathias Brede die Stimmung schnell von null auf hundert an. Den Jungs zuzusehen und vor allem zuzuhören, war ein Erlebnis. Zum einen reichte Kane nicht nur stimmlich und optisch verblüffend nah an den alten Haudegen Billy Idol heran, zum anderen brachten die Zauberer an den Instrumenten den Sound der Ikone des 80er-Punk-Pop derart authentisch rüber, wie man es selbst vom Original kaum besser erwartet hätte. Ohne Zugabe ließ die aufgekratzte Menge „Indolized“ nicht von der Bühne.

Als „Regatta de Blanc“ kurz vor Mitternacht ins Rampenlicht trat, schien es fast unmöglich, diesen mitreißenden Auftritt zu toppen – zumal die Jungs mit dem eher langsamen „Fragile“ von Sting einen Gang runter schalteten. Tom Quast agierte aber bereits hier derart erfreulich souverän an der Gitarre, dass es Frontmann Mick Griese nicht schwerfiel, die Zuschauer mit seiner erstaunlichen Stimme gefangen zu nehmen. „Wunderschöne Location, tolle Menschen vor der Bühne – was gibt es schöneres für eine Band“, freute sich der blonde Sänger, um mit brillanten Stücken wie „Roxanne“, „Message in Bottle“ oder „Englishman in New York“ richtig durchzustarten. A

nders, aber ebenso hochkarätig präsentierte sich „OqueStrade“ um die ebenso charismatische wie stimmgewaltige Sängerin Marta Mateus. Die Folk-Pop-Band aus Lissabon begeisterte mit einem Musik-Mix, der neben kapverdischer Funaná, französischem Chanson, afrikanischem Kuduro und einer Prise Fado vor allem unbändige Lebenslust zum Ausdruck bringt.

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