Alles andere als gewöhnlich
Bild: Wille
Einfach unwiderstehlich waren die Pellkartoffeln mit Kräuterquark, die Besucher am Heimathaus genießen konnten. Da wollten auch Anna und Hermann Eickhölter aus Mastholte nicht nein sagen.
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Renate Schwenzner und Brigitte Golz, beide waschechte Mastholterinnen, kommen von den bunten Schals einfach nicht los. „Die gehen immer“, sind sie sich einig. Das ist auch der Grund, warum die Accessoires von den beiden Rentnerinnen ganz genau unter die Lupe genommen werden. „Ich habe ja schon einen Schal gekauft“, gibt Renate Schwenzner zu und lacht. Dennoch wird es wohl nicht der letzte sein, der in ihrer Tasche Platz findet. Während die Frauen shoppen, ist Franz Menzenbach aus Hamm fleißig am Putzen. Zu Verkaufszwecken versteht sich. Denn wer mit seinen Utensilien reine macht, bei dem gehören Streifen auf Fenstern, Spiegeln und Co. der Vergangenheit an – da ist er sich absolut sicher.

Besucher kratzen Fugen aus

Ein paar Meter weiter hat man das Gefühl, die Stadtreinigung wäre am Werk. Aber falsch: Es ist Werner Lange, der seinen Kunden zeigt, wie man mit seinen langen Fugenkratzern den Boden blitzeblank bekommt, ohne sich den Rücken krumm machen zu müssen. Die zwölfjährige Lisa aus Lippstadt interessiert das weniger. Ihr haben es bunte Leggings im Amerika-Look angetan.

Hin und weg von Gewürzen

Hin und weg sind auch Martina und Joachim Fornefeld. Allerdings nicht von Mode, sondern von ihren Gewürzen, die sie verkaufen. „Ich habe 20 Sorten Pfeffer, Edelsalze, Heilkräuter und Gewürze“, wirbt Joachim Fornefeld. Und weil ihm die Kreationen selbst so gut schmecken, lässt er sich von seiner Frau füttern und frisst ihr ausnahmsweise auch mal aus der Hand.

Kulinarisches Vergnügen

Etwas fressen würde sicherlich auch Hündin Gina gern. Denn am Stand von Herrchen Uwe Bajerke werden Kuchen und Kekse für Vierbeiner in allen Formen, Farben und Größen angeboten. Apropos Essen. Davon gibt es beim Jakobimarkt mehr als genug. Da dürfte der eine oder andere Besucher in Entscheidungsnot kommen. Am Stand von Christian Bartels gibt es Fleisch aus eigener Herstellung. In der riesigen Pfanne schmoren die Leckereien vor sich hin. „Coco“, wie der Mastholter im Dorf genannt wird, ist mit seinem Geflügelgrill zum ersten Mal dabei.

Ein Schnäpschen in Ehren

Wer beim traditionellen Jakobimarkt zu Gast ist, der kommt am Heimathaus nicht vorbei. Denn dort gibt es jede Menge zu entdecken. Wenn Hubert Glasemacher seinen Schnaps aus dem historischen Brunnen zieht, gehen die Besucher dort so schnell nicht wieder weg. Getreu dem Motto „Ein Schnäpschen in Ehren kann keiner verwehren“ ist Verweilen dort gern gesehen.

 

Pellkartoffeln sind ein Muss

Aber auch den Pellkartoffeln mit Kräuterquark ist schwer zu widerstehen. Das sehen auch Anna und Hermann Eickhölter so. Sie suchen sich ein schönes Plätzchen aus, um die tolle Knolle zu genießen. Dass es den Jakobimarkt besucht, stand für das Ehepaar außer Frage. „Ich bin gebürtiger Mastholter und da gehört der Markt einfach dazu. Meine Frau habe ich dann angelernt“, sagt er und lacht.

Beschicker haben gut lachen

Gut lachen haben alle Gäste des Jahrmarkts, der alljährlich tausende Besucher aus nah und fern in den südlichsten Ortsteil des Stadtgebiets zieht. Denn das Wetter ist auf ihrer Seite. Die kleinen grauen Wolken, die sich noch morgens am Himmel zeigen, haben sich von so viel guter Stimmung verscheuchen lassen. Auch Marktleiter Roland Herbort zeigt sich zufrieden. „Es hat etwas zäher angefangen, weil alle dachten, dass es noch regnet. Aber dann wurde es immer voller“, sagt er. Die 280 Schausteller haben nichts zu meckern. „Ich habe mit vielen Beschickern gesprochen und die waren sehr zufrieden“, betont Roland Herbort. Der Jakobimarkt ist eben mal wieder außergewöhnlich gut.

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