Alles wieder auf Anfang beim Dorfplatz
Bild: Vredenburg
Ideale Lage? Nach den bisherigen Plänen sollte Mastholtes neue Mitte zwischen dem Handwerkerbaum und dem früheren Hauptschulgebäude entstehen. Jetzt bietet die Kirche ihre Flächen zur Nutzung an.  
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Nach neuen Flächenangeboten stehen die Zeichen bei der Planung wieder auf Anfang. Im Juli hat der Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt den Auftrag erteilt, die Vorhaben auf Kosten und Realisierbarkeit zu prüfen („Die Glocke“ berichtete). „Nachdem die Pläne bekannt wurden, hat die katholische Kirchengemeinde sich in Sachen Dorfplatz bei der Verwaltung gemeldet und die Flächen rund um die Kirche und die Jakobsleiter zur Überplanung angeboten“, teilte Rüdiger Ropinski (Abteilungsleiter Räumliche Planung und Entwicklung) jetzt im Bauausschuss mit.

Umfassende Kosten- und Standortüberprüfung vorgesehen

Die Kirche wolle zwar Eigentümerin der Flächen bleiben, stelle diese aber im Rahmen eines Gestattungsvertrags zur Verfügung. „Wir als Verwaltung sehen es als unsere Pflicht an, nicht nur den ursprünglich angedachten Standort, sondern auch die kirchlichen Flächen einer umfassenden Kosten- und Standortüberprüfung zu unterziehen“, erklärte Ropinski. Der Landschaftsarchitekt und Freiraumplaner Jürgen Edenfeld sei inzwischen mit dieser Prüfung beauftragt.

Parallel dazu führe die Stadt Gespräche mit dem Verein „Starkes Mastholte zwischen Ems und Lippe“. Ausschussvorsitzender Heinz Isenbort bedauerte, „dass wir mit der Planung wieder ganz von vorne anfangen“ und hofft, „das jetzt alle wieder an einem Strang ziehen – im Sinn einer gescheiten Lösung für Mastholte“. Das Projekt „Unterflurcontainer“ hingegen soll vorerst nicht weiter verfolgt werden.

Container zu teuer

Das zurzeit mit der Entsorgung von Glas beauftragte Unternehmen Reiling hatte auf Nachfrage der Stadt auf deutliche Schwächen bezüglich der Bedienbarkeit beziehungsweise der mechanischen Haltbarkeit dieses Systems hingewiesen. Darüber hinaus müsse bedacht werden, dass die Errichtung eines Unterflurstandorts nur mit Beginn einer neuen Ausschreibungsperiode erfolgen könne. Zudem seien die Besitzverhältnisse zweigeteilt.

Der Entsorger könne für die überschaubare Laufzeit eines Vertrags keinen Besitz an Grund und Boden erwerben, der ja notwendig für die Errichtung des Schachtbauwerkes wäre. Das bedeute, dass die Fundamentanlage sowie die damit verbundenen Teile der Sicherheitstechnik immer im Besitz der jeweiligen Kommune verbleibe und durch diese auch finanziert und gewartet werden müsse.

Die Kosten für jeden Behälter einer Unterflurstation beziffert Reiling auf 3100 Euro sowie 1500 Euro je Schacht für die Sicherheitstechnik. Hinzu kämen die Kosten für die Erstellung des notwendigen Grundbauwerks sowie für die jährliche Wartung. Die Stadt sieht die Kosten-Nutzen-Relation mit Blick auf die 20 Glascontainer, die in Mastholte umgerüstet werden müssten, in keinem ausgewogenen Verhältnis – auch wenn ein 65-prozentiger Förderbeitrag lockt.

„Lehnen nicht kategorisch ab“

Außerdem lasse sich ein einmal eingerichteter Standort nicht so problem- und kostenlos verlegen wie oberirdische Container. Die Mitglieder des Bauausschusses votierten zwar einstimmig für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, dieses Modell vorerst nicht weiter zu verfolgen, erteilten ihr aber den Auftrag, diese Lösung bei der nächsten Ausschreibung im Jahr 2021 zu berücksichtigen. „Kategorisch ablehnen wollen wir diese neue Form der Entsorgung in der Stadt Rietberg nicht“, erklärten übereinstimmend Robert Dirkwinkel und Irmgard Bartels von der CDU-Fraktion sowie Gerd Muhle (SPD).

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