Anlieger fühlen sich überrumpelt
Bild: von Stockum
An der Stelle, wo der Niggen- in den Ottenskamp mündet, sollen die Betonbarrieren entfernt und in Höhe Buschkamp wieder aufgestellt werden. Gegen die Maßnahme, die ursprünglich am Freitag umgesetzt werden sollte, regt sich Widerstand.
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Wer jenseits der Barriere lebt, müsse seine Immobilie künftig über Haselhorststraße sowie den neu geschaffenen und daher wohl den meisten Navigationssystemen unbekannten Niggenkamp ansteuern.

Maßnahme auf Herbst verschoben

Ursprünglich sollten die schweren Betonelemente, die derzeit den Niggen- vom Ottenskamp trennen, am Freitag verschoben werden. Nachdem aber am Donnerstag Anlieger ihrem Ärger über die Stadtverwaltung Luft gemacht hatten, ruderten die Verantwortlichen im Rathaus zurück und verschoben die Maßnahme, die von der Politik so auf den Weg gebracht worden war, auf den Herbst dieses Jahres. Obwohl die Straßenverkehrsbehörde ihre Hausaufgabe gemacht habe, nehme man die Bedenken der Anlieger sehr ernst und wolle nichts übers Knie brechen.

Google kennt Mastholtes Niggenkamp nicht

Von der neuen Verkehrsführung betroffen sind die Hausnummern 27 bis 38. Offenbar befürchtet manch ein Bewohner dort, dass er im schlimmsten Fall demnächst weder vom auswärtigen Paketboten noch vom Rettungsdienst gefunden wird. Google beispielsweise kennt zwar so manchen Niggenkamp, aber noch keinen in Mastholte. Wer sich also via Smartphone von dem US-Konzern zum Ende des Ottenskamps leiten lassen wollte, hätte bei der Verschiebung der Barriere plötzlich vor Betonklötzen gestanden – das Ziel in Sichtweite. Dem Fehlgelenkten wäre nichts anderes übrig geblieben, als zurückzusetzen auf die Alte Landstraße und von dort aus über Haselhorststraße und Niggenkamp zum hintersten Zipfel des Buschkamps zu gelangen.

Zunächst bleibt alles beim Alten, wenngleich die Verwaltung die ganze Geschichte deutlich weniger dramatisch sieht. Denn sobald es eine Änderung im Straßensystem gebe, informiere man das Katasteramt beim Kreis Gütersloh sowie den Online-Geodatendienst „Here“, erläuterte Stadtpressesprecher Juergen Wohlgemuth. „Von dort beziehen viele Anbieter von Navigationssystemen ihre Aktualisierungen.“ Wie schnell diese Änderungen dann beispielsweise in Google Maps umgesetzt werden, darauf habe die Kommune keinen Einfluss.

Anlieger sollen sich auf Situation einstellen können

„Wir wollen nun den Anwohnern – so wie sie es wünschen – mehr Zeit einräumen, sich auf die künftige Situation einzustellen, dass der Ottenskamp auf Höhe der Straße Buschkamp abgetrennt werden wird“, heißt es aus dem Rathaus.

Die geplante Abbindung des Ottenskamps in Höhe der Hausnummer 27 sei seinerzeit mit der Politik und Betroffenen abgestimmt worden, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage der „Glocke“ mit. Die Realisierung solle nun erst im Herbst vonstatten gehen. Darüber hinaus aber bestehe keine Veranlassung, die Umsetzung des Ratsbeschlusses zur Trennung der Straße Ottenskamp noch weiter auszusetzen.

Ziel ist bessere Erschließung

Durch die Maßnahme verspricht man sich laut Bebauungsplan Nummer 288 „Hof Niggemeier“ eine bessere Erschließung im westlichen Bereich Ottenskamp mit kürzeren Wegen für die angrenzende Nachbarschaft. Zudem wird eine Entlastung des östlichen Bereichs von Ottenskamp und Alte Landstraße angestrebt.

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