Annika Voß packt an Tag eins Ranzen aus
Bild: Inderlied
Start: Für ihren ersten Arbeitstag als Leiterin der Rudolf-Bracht-Grundschule bekam Annika Voß von Schulrat Arndt Geist (l.) und Bürgermeister Andreas Sunder eine Schultüte überreicht.
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Sie tritt die Nachfolge der langjährigen Rektorin Bärbel Hilgenkamp an, die inzwischen in Hamburg lebt. Wie ein Schulmädchen hat auch Annika Voß am Vorabend ihres ersten Arbeitstags an der Mastholter Bildungseinrichtung ihren Ranzen gepackt. Und genau wie die Heranwachsenden zog auch die neue Schulleiterin am nächsten Morgen im Kreis ihrer neuen Kollegen sowie Bürgermeister Andreas Sunder und Schulrat Arndt Geist die Dinge aus dem Tornister, die ihr für den Start wichtig sind.

Symbole erzählen Geschichte

Als erstes kam ein Herz ans Tageslicht, „denn ich komme mit ganzem Herzen“, bekräftigte Annika Voß. Zwei Figuren bilden jeweils eine Buchstütze. Ein Symbol für „Wertschätzung, Respekt sowie ein gutes Lern- und Arbeitsklima“, das sich die 36-Jährige wünscht – „ein Team, in dem sich jeder wohlfühlt“. Als nächsten Gegenstand fischte die Mutter einer fünfjährigen Tochter eine kleine Schatztruhe aus ihrer Tasche. „Ich möchte Sie besser kennenlernen und die Schätze entdecken“, sagte Annika Voß. Als ein Zeichen von zündenden Einfällen und frischen Ideen zeigte die neue Schulleiterin eine Glühbirne. „Vielleicht müssen wir auch mal gegen den Strom schwimmen“, so die 36-Jährige.

Dazu passte auch das Tau, das sie als nächstes hervorkramte. „Wir sollten gemeinsam an einem Strang ziehen, aber wir werden auch miteinander diskutieren. Das ist wichtig, um eine gemeinsame Richtung zu finden.“ Mit den Handschuhen möchte Annika Voß aufräumen und anpacken, wo es nötig ist. Dennoch dürfe man das Feiern und Entspannen darüber nicht vergessen. Dafür stand das Stadionheft der glühenden Anhängerin des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Als letzten Gegenstand holte sie eine geöffnete Spielzeugtür aus der Tasche. „Die Tür soll immer offen stehen für Anliegen, Ideen und Gespräche“, versprach Annika Voß. An die 19 Lehrerinnen des Kollegiums richtete sie einen Wunsch: „Ich hoffe, dass ihr mir Vertrauen entgegenbringt und dass wir schauen, was für die Kinder am besten ist. Ich freue mich unendlich auf diese Aufgabe.“

Spannende Schatzsuche

Die Rudolf-Bracht-Grundschule ist für Annika Voß kein unbekanntes Terrain. Schon als Referendarin lernte sie die Bildungseinrichtung an der Riekstraße in Mastholte kennen. Anschließend wechselte die gebürtige Langenbergerin zunächst zur Löwenzahnschule nach Harsewinkel, später zum Grundschulverbund in ihrer Heimatgemeinde. Dort war sie seit 2012 als Konrektorin tätig. In den nächsten Wochen wird sich Annika Voß auch damit beschäftigen, die Mastholter Bildungseinrichtung mit ihren Kindern, Lehrern sowie Eltern und ihren Eigenarten kennenzulernen.

„Ich bin gespannt, welche Schätze diese Schule bereithält“, sagte die 36-Jährige. Vielleicht liege etwas verborgen unter der Oberfläche, das jetzt erst wieder ans Tageslicht gefördert werde. „Das benötigt eine gewisse Zeit“, warb Annika Voß um Geduld. Eines dieser Schätze dürfte die Namensgebung der Schule sein. Denn in diesem Monat ist es 25 Jahre her, dass Pfarrer Rudolf Bracht am 12. August 1993 in dem von ihm ins Leben gerufenen Zeltlager an den Drei Kanälen gestorben ist. In Erinnerung an den beliebten Geistlichen, dem die Angelegenheiten von Kindern und Jugendlichen besonders am Herz lagen, nahm die Grundschule in Mastholte seinen Namen an.

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