Banane wächst in Bokeler Vorgarten 
Bild: Fobe
Stolz ist Leo Hansmeyer auf seine Vier-Meter-Bananenstaude im Vorgarten.
Bild: Fobe

„Zum Glück habe ich meine Staude nicht im Wohnzimmer platziert“, scherzt der 73-Jährige. „Ich hätte eine Menge Zeit mit Umtopfarbeiten verbringen müssen.“ Oft werde er auf das hierzulande seltene Gewächs angesprochen. Kein Wunder: Mit ihren ein bis zwei Meter langen grünen Blättern und dem Scheinstamm, wirkt die Bananenstaude prächtig. „Es sieht zwar auf den ersten Blick so aus, aber der Stamm ist nicht hölzern, sondern sehr saftig.“

Die Blätter würden zwar bei Frost welk werden und schlaff zu Boden sinken, der Stamm treibe aber im Frühjahr wieder frisch aus und wachse auf eine Höhe von vier Metern heran. „Man hat dann das Gefühl, dass man der Staude regelrecht beim Wachsen zusehen kann, so schnell schießt sie unter freiem Himmel in die Luft.“ Wenn er merkt, dass die Blätter bräunlich werden, dann schneidet der 73-Jährige die Staude soweit herunter, dass er sie mit Laub abdecken kann. „Und im Frühjahr wird sie dann wieder aus dem Winterschlaf geholt“, erklärt der Bananenliebhaber.

Jedes Jahr werde die Banane aus Bokel in ihrem Wuchs dichter. Blüten und Früchte konnte Leo Hansmeyer aber bisher noch nicht bewundern. „Mein Gärtner hat mir aber gesagt, dass es jedes Jahr soweit sein kann.“ Das erhöhe natürlich zur Blütezeit wieder und wieder die Spannung. Ins Gewächshaus möchte Leo Hansmeyer seinen Exoten aber nicht bringen – auch wenn die Früchte vielleicht eher sprießen würden. „Ich bin zuversichtlich, dass ich auch so eines Tages meine eigene ‚Bokeler Banane‘ ernte.“

Bevor es soweit ist, sei die Staude dann mit rot-violetten Blättern besetzt, die nach und nach abfallen. Jede Bananenpflanze bilde nur einmal einen großen Blütenstand in mehreren Reihen aus. Aus diesen Reihen entstehe dann eine so genannte Bananenhand, erläutert Hansmeyer.

Damit die Staude im Rietberger Ortsteil gut gedeiht, achtet der Bokeler darauf, dass sie an warmen Tagen mit zwei Gießkannen bewässert wird. Außerdem düngt er die Pflanze einmal im Monat. Als Dank erhofft er sich eines Tags leckere Bananen.

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