„Bap“ beendet Tournee in Rietberg
Bild: Vredenburg
Frontmann Wolfgang Niedecken (r.) und die übrigen Bandmitglieder lieferten im Neuenkirchener Teil des Gartenschauparks eine tadellose Vorstellung ab. Ihre Fans dankten es ihnen.
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Frontmann Wolfgang Niedecken entschuldigte sich auf seine Weise für die offenen Himmelsschleusen unmittelbar vor Konzertbeginn: „Wir haben heute in erster Linie den Fußballgott angerufen und nicht so sehr den Wettergott.“ Angesichts des 4:3-Siegs des 1. FC Köln beim HSV sei alles nur noch „halv su wild“, wie es im Titelsong des neuen „Bap“-Albums heißt.

Band vertreibt die Regenwolken

Und tatsächlich: Die dunklen Wolken verabschiedeten sich mit einem prachtvollen Regenbogen und sogar die Sonne ließ sich wieder blicken. Zeit, die Regenschirme einzupacken und sich auf einen dreistündigen Kölschrock-Abend der Spitzenklasse – ohne Vorgruppe oder Pause, dafür aber mit mehreren Zugaben, – einzulassen.

35 Jahre: „Verdamp lang her“

„Verdamp lang her“: Dass „Bap“ seit 35 Jahren auf der Bühne stehen und noch längst nicht zum alten Eisen gehören, liegt wohl nicht zuletzt an den hervorragenden Musikern, die den charismatischen Frontmann umgeben. Die Band um das graugelockte Raubein, das seit März dieses Jahres der „Ü-60-Fraktion“ angehört, wirkte frisch und spielfreudig wie eh und je. Allen voran Gitarrenvirtuose Helmut Krumminga, seit 1999 bei „Bap“. Am Bass brillierte Werner Kopal, am Keyboard Michael Nass und am Schlagzeug Jürgen Zöller. Ebenfalls dabei: Die blonde „Rosenstolz“-Geigerin Anne de Wolff, die mit ihrer Ausdrucksstärke so manchen Song dominierte.

Zusammenspiel von Musikern und Zuhörern

Sichtlichen Spaß bereitete allen Beteiligten die Interaktion zwischen Bühne und Publikum. Textsicher erwiesen sich die mit Niedecken in Ehren ergrauten Fans, die mit den Idolen ihrer Jugend kräftig abfeierten. Sie genossen die aufkommende 1980er-Jahre-Nostalgie, in denen die Kölschrocker groß wurden, und sangen Klassiker wie „Kristallnaach“, „Waschsalon“, „Aff un zo“ oder „Leopardefellhoot“ lauthals mit.

Kölschrocker helfen Kindersoldaten in Uganda

Nachdenkliche Töne schlugen die Musiker mit „Noh Gulu“ an. In dem Lied geht es um ehemalige Kindersoldaten im Norden Ugandas, für die „Bap“ sich durch das „Project Rebound“ schon seit Jahren engagiert. „Wir sammeln Geld und wollen diesen Kindern helfen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen“, erklärte Niedecken.

Zum Finale wird es romantisch

Romantisch wurde es ganz am Ende. „Jraaduss“ ging tief ins Gemüt und zu „Do kanns zaubere“ erglühten in der Parkarena zahlreiche Wunderkerzen. Mit der „Seele des neuen Albums“, wie Niedecken anmerkte, dem Stück „Noh all dänne Johre“, und der Beteuerung „Es war wunderbar, wir hatten sehr viel Spaß in Rietberg“ verabschiedeten sich die Kölschrocker von ihren begeisterten Fans.

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