Basar mobilisiert unzählige Helfer
Bild: Vredenburg
Rund 50 ehrenamtliche Helfer achteten am Samstag unter anderem darauf, dass das Angebot auf den Tischen in der Bibeldorf-Basilika stets übersichtlich gestapelt blieb.
Bild: Vredenburg

„Bereits eineinhalb Stunden nach Annahmebeginn hatten wir das Gefühl, in den Kleiderfluten zu ertrinken“, sagte Chefkoordinatorin Andrea Brüning von der evangelischen Kirchengemeinde gegenüber der „Glocke“. Der zwischendurch verhängte Annahmestopp sei aber nach kurzer Zeit wieder aufgehoben worden, weil Spender, die später kamen, dafür wenig Verständnis gezeigt hätten. Am Ende des Tags hätten etwa 20 ehrenamtliche Helfer die Spenden sortiert, gefaltet und für den Basar am Samstag vorbereitet.

Kleidung kostenlos abgegeben

Um die Hemmschwelle möglichst gering zu halten, habe sich das Team um die Organisatoren Pfarrer Dietrich Fricke und Gemeindereferent Ralf Langenscheid ganz bewusst dafür entschieden, kein Geld zu nehmen. „Wir haben die Sachen als Ehrenamtliche geschenkt bekommen und sie kostenlos weitergegeben – übrigens auch an andere Bedürftige im Stadtgebiet“, so Brüning.

„Was heute liegen bleibt, geht mit Hütti’s Balkanhilfe nach Rumänien, denn wir haben keine Möglichkeit, die Kleidung einzulagern“, erklärte Brüning. Die Kleiderkammern in Neuenkirchen, Rietberg und Mastholte seien voll und die Basilika, „in der täglich Betrieb ist“, müsse nach dem Basar geräumt werden. „Wir haben uns gegen die Anmietung von Lagerräumen entschieden, weil die Flüchtlinge, die bei uns ankommen, in der Regel bereits gut ausgestattet sind mit Kleidung“, machte Sozialamtsleiter Wilfried Dörhoff deutlich.

Rund 50 Ehrenamtliche im Einsatz

Rund 50 freiwillige Helfer waren am Samstag im Einsatz. Viele, die am Montag eigentlich nur spenden wollten, hatten ganz spontan ihre Hilfe zugesagt. „Rietberg ist in der Flüchtlingsarbeit vorbildlich. Hier wird ein Modell gelebt, das anderswo Schule machen sollte“, findet Salih Yayar. Der in Rietberg geborene Filmemacher arbeitet an einer Doku, die er ins Netz und bei Bedarf auch anderen interessierten Kommunen zur Verfügung stellen will.

Auch für den gebürtigen Neuenkirchener Zeki Altunay, dessen Eltern aus der Grenzregion zu Syrien stammen, war es selbstverständlich, zu helfen. Mit Getränken und mehr als 420 Portionen Döner und Lahmacun mit Beilagen, die er kostenlos zur Verfügung stellte, kümmerte er sich um das leibliche Wohl der Flüchtlinge, die vom Bibeldorf-Bulli nach zuvor festgelegten Zeiten nach und nach abgeholt wurden. Ihm zur Seite standen etwa 15 türkische Freunde, die eigens aus Mannheim, Bochum und Bielefeld angereist waren, um zu helfen.

Positives Fazit

In einem rundum positiven Fazit unterstrich Beigeordneter Dieter Nowak den gleich dreifachen Gewinn des Winterbasars: „Für die Flüchtlinge, die sich aus einer Fülle gut erhaltener Kleiderspenden kostenlos bedienen konnten, für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die das positive Gefühl erlebten, etwas Sinnvolles tun zu können und nicht zuletzt für die Stadt, die durch diese Aktion natürlich auch entlastet wird.“

SOCIAL BOOKMARKS