Bauer „Viereck“ sucht Frau
Bild: Grujic
Blickfang: Die Cheerleader von „Art of Act“ verdrehten in ihrem knappen Kleidern so manchem Narr im Saal den Kopf. Doch auch mit ihren tänzerischen Qualitäten wussten die jungen Frauen zu beeindrucken.
Bild: Grujic

Die hat „Viereck“ alias Mark Buschsieweke bislang vergeblich gesucht, wie er während der Prunksitzung der Westerwieher Kolpingkarnevalisten in der Festhalle von Josef Kreutzheide verriet. Viel Zeit, um auf Brautschau zu gehen, hat „Viereck“ aufgrund der ganzen Arbeit auf dem Feld und im Stall ohnehin nicht. Da bleibt nur der Kleinanzeigenteil des „Landwirtschaftlichen Wochenblatts“. Dort ist das Angebot an Kontaktanzeigen mit Chiffrenummern schier unüberschaubar, trotzdem war die passende Partnerin noch nicht dabei. Obwohl „Viereck“ gar nicht so wählerisch ist: „Rot, blond, braun oder gar keine Haare – das ist mir egal. Und geschieden darf sie auch ruhig sein, dann sind die Ansprüche nicht mehr so hoch.“ Hauptsache nur, dass es ihm nach einigen Ehejahren nicht so ergeht wie seinem besten Freund und dessen besserer Hälfte: „Bei denen herrscht im Schlafzimmer Smog – dicke Luft und kein Verkehr.“

Vergleichsstudie 2.0

Über solche Probleme können Jacqueline-Josefina (Christopher Kleibaumhüter) und Jeremy-Pascal (Thomas Brüggemann) nur lachen. Denn beim Westerwieher Vorzeigeehepaar, das Philipp Isenborth für die „Vergleichsstudie 2.0“ ausgewählt hatte, ist die Welt noch in Ordnung. Allenfalls die Essgewohnheiten könnten besser aufeinander abgestimmt sein. Während er vor der Arbeit erstmal tanken muss (zwei Bier, zwei Schnaps, zwei Jägermeister) und sich ein Brötchen mit Männermarmelade (Mett mit Zwiebeln) gönnt, ist bei ihr Schmalhans’ Küche angesagt. Gekocht wird ausschließlich nach der Rezeptsammlung „Leichtes für die moderne Hausfrau“.

Marketingtipps vom Fachmann

Auf Freiersfüßen wandelte der Prinz („Ich bin sooo schön“) in der Märchenstunde von „Two and a Half Men“. Wie man eine Idee vermarktet, erläuterten die beiden Werbefachleute (Markus Diekotto und Klaus Hesse), die auch die CDU im Bürgermeisterwahlkampf beraten hatten („Wir waren sehr gut, meinten jedenfalls die anderen Parteien“). Die Zähne ausgebissen haben sich die Marketingexperten jedoch bei der anstehenden Rathaussanierung. „Manche Politiker sind beratungsresistent“, meinten sie mit Blick auf den inzwischen verworfenen Glaskasten-Aufzug.

Rapper verkneift sich Kraftausdrücke

Das Kükendorf hat seit dem Wochenende seine eigene Late-Night-Show. „Fabse und Tüt“ (Daniel Stüker und Fabian Hartkamp) ließen während der Prunksitzung der Kolpingkarnevalisten das fast schon totgeglaubte Fernsehformat aufleben. Stargast der Erstausgabe war der Skandalrapper „MC Tüt“, der mit Ghettoslang und dicken Goldketten um den Hals für reichlich Lacher sorgte. Nur verbale Kraftausdrücke musste er sich verkneifen („Das hat mein Opa mir verboten“). Voll des Lobs war „MC Tüt“ für seinen „Meteor“ (gemeint war Mentor) „MC Stelte“. Voll krass sei dieser gewesen, doch mittlerweile befinde er sich im Altersheim.

„Ährwins“ Sturm- und Drangzeit

Zurück in seine Sturm- und Drangzeit nahm „Ährwin“ (Ralf Gnüchwitz-Holtkamp) das Publikum. Der Rückblick auf die 1980er-Jahre geriet zur Hitparade, in der ein Neue-Deutsche-Welle-Klassiker den nächsten jagte.

Jahr eins nach „Stelte“

Verzichten mussten die Zuschauer auf Norbert Steltenkamp, der im vergangenen Jahr seinen Rückzug aus der Bütt erklärt hatte. Auch Norbert und Mäggi Mertensmeier waren mit ihrem legendären Dorfklatsch nicht mit von der Partie. Dass es den Westerwieher Kolpingnarren an Nachwuchstalenten nicht mangelt, war da ein Glücksfall: Die Neuen machten ihre Sache gut, wenn auch – verständlicherweise – (noch) niemand an das Niveau des einstigen karnevalistischen Aushängeschilds „Stelte“, der in seiner Paraderolle als „Blauer Bock“ unvergessen bleiben wird, heranreichen konnte.

Fesche Feuerwehrmänner

Schwungvoll agierten die Tanzgarden auf der Bühne. „Fascination“, „Art of Act“, „Gardeküken“ und „Gardeteenies“ wussten ebenso zu begeistern wie die aus Boke angereiste Prinzengarde und die „Beachboys“. Die Männergruppe besteht seit 33 Jahren und ist aus den Westerwieher Prunksitzungen nicht wegzudenken. Diesmal stürmten die feschen Jungs vom Land als waghalsige Feuerwehrmänner die Bühne – und angesichts der angeheizten Stimmung im Saal gab es für sie einiges zu löschen.

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